Deutsche Expedition fand Beweise an Bord der Arche

Zwanzig Jahre lang hatte kein Ausländer den Gipfel des Ararat betreten. Ein deutsches Filmteam bekam die Erlaubnis - und wurde fündig.

Arche-Forscher Fernand Navarra mit einem 5000 Jahre alten Stück Holz, am Berg Ararat gefunden. Der Berg Ararat in der Türkei war nicht zum ersten Mal Ziel einer Arche-Noah-Expedition, als im Spätsommer vergangenen Jahres ein Mainzer Filmteam in den Osten der Türkei aufbrach.

ExpeditionsteamNur unter dem Schutz einer Militäreskorte konnte es die Expedition wagen, den Ararat (im Hintergrund) zu besteigen. Nachdem die erste Erkundung der Mainzer wegen Überfällen kurdischer Separatisten zur Umkehr gezwungen war, versuchten die Filmer ein zweites Mal ihr Glück. Von einer 20 Mann starken Militäreskorte beschützt, erreichte die Expedition den Gipfel des 5165 Meter hohen eisbedeckten Berges. Seit 20 Jahren hatte kein Ausländer mehr dieses militärische Sperrgebiet betreten dürfen. Von dort geht der Blick weit in die benachbarten Länder Sowjetunion und Iran.

Finderglück hatte die deutsche Gruppe jedoch nicht auf dem Gipfel, sondern am Fuße des Ararat. Zwei Amerikaner wiesen sie auf einen Fund hin: schiffsähnliche Umrisse auf einem Nebengipfel des höchsten Berges der Türkei. Vom Flugzeug aus waren schon vor Jahren diese Umrisse entdeckt worden. Die amerikanischen Forscher hatten aber noch mehr entdeckt - ein metallenes Gerüst unter der Erde. 137 Meter lang und 23 Meter breit. Dies stimmt mit den Maßen überein, die in der Bibel für die Arche angegeben werden.

Diese Umrisse eines Schiffskörpers sollen wissenschaftlich untersucht werden. Holzplanken, nach der Radio-Carbon-Methode auf ein Alter von 5000 Jahren datiert, waren schon Ende der sechziger Jahre am Ararat gefunden worden - in einer an sich baumlosen Gegend.

Mittlerweile haben die türkischen Behörden bestätigt, daß hier die Arche Noah liegt. Im kommenden Jahr wird am Ararat offiziell mit den ersten Ausgrabungsarbeiten begonnen. Das Gebiet ist seither wieder gesperrt.

Armenier und Moslems werden alle Anstrengungen mit Kopfschütteln verfolgen. Für sie ist sicher, daß die Archäologen am falschen Platz suchen. Nach der Überzeugung der christlichen Armenier ist die Arche Noah am Berg Süphan, einem Vulkan am See Van, gestrandet.

Der Koran nennt eine dritte Version. Auf dem Cudi Dagi, an der Grenze zum Iran, soll die Arche gelandet sein. Dort ist die "Noahforschung" schon ein ganzes Stück weiter: Gläubige Schiiten, Sunniten, Jeziden und auch Christen können dort Noahs "erstes Haus", "zweites Haus", "Kirche", "Moschee", "Zisterne" und, etwas entfernt, Noahs "Grab" besuchen.

So weit ist die Ararat-"Fraktion" noch lange nicht. Bis ein Bibeltourismus zum schneebedeckten Fünftausender einsetzen kann, werden noch viele offene Fragen geklärt werden müssen: Das deutsche Filmteam jedenfalls wird bei den Ausgrabungsarbeiten wieder mit von der Partie sein.

(Text: Monika Nadler, Fotos: Montana-Film)

Quelle: Weltbild