Der Evolutionspfad

Umfrageergebnisse über die allgemeine öffentliche Meinung zu moralischen Problemen zeigen immer häufiger, daß die geistigen Werte in den letzten Jahrzehnten abgenommen haben. Zum Beispiel besuchen immer weniger Leute die Kirche, der Glaube an eine buchstäbliche Hölle ist geschwunden, Ehen werden immer mehr durch "Lebensgemeinschaften" ersetzt, Abtreibungen sind vielerorts legal geworden, und die Kriminalität hat einen alarmierenden Aufschwung genommen. Eine Umfrage ergab, daß die Hauptprobleme in kalifornischen Schulen vor 40 Jahren das Reden, Kaugummikauen, Krachmachen und Herumrennen in der Halle waren. Heute sind es Drogen, Alkohol, Schwangerschaft, Selbstmord und Vergewaltigung.

Besonders junge Leute schließen Gottes Werte zum großen Teil aus ihrem eigenen Denken aus und ersetzen sie durch willkürliche menschliche Maßstäbe. Zu viele suchen mehr die Antworten in humanen Gründen und im Materialismus, als daß sie versuchen, Gottes Lösungen in der Bibel zu finden oder durch Gebet. Die heutige Generation ist die "Ich"-Generation geworden.

Aber warum?

In den letzten Jahrhunderten vor dem 19. Jahrhundert war die westliche Gesellschaft größtenteils auf christlichen Prinzipien basiert. Während jener Jahrhunderte fand eine Explosion des Wissens statt, welche fest auf christliche Werte gegründet war. In der Kunst hatten Bilder zu jener Zeit hauptsächlich religiöse Themen. Im literarischen Bereich wurden Bibeln freier erhältlich, religiöse Klassiker wie Die Pilgerreise erschienen, und Enzyklopädien und wissenschaftliche Bücher basierten auf einer buchstäblichen Akzeptanz der biblischen Schöpfung und Noahs Flut. Die Begründer der modernen Wissenschaften waren überwiegend bibelgläubige Christen, die Wissenschaft einfach als erneutes Nachsinnen über Gottes Gedanken betrachteten. In der Musik waren die großen Komponisten fruchtbar mit wunderbarer Kirchenmusik und religiösen Themen - Händels Messias, Haydns Schöpfung, Mozarts Requiem, Beethovens Messen und Bachs Magnificat sind nur ein paar wohlbekannte Beispiele.

Aber Mitte des 19. Jahrhunderts schlich sich ein Wandel ein.

Mit der Veröffentlichung von Charles Darwins "Die Entstehung der Arten" im Jahr 1859 wurden Zweifel laut am biblischen Schöpfungsbericht. Darwin deutete an, daß sich alle lebendigen Dinge aus einfachen Lebensformen zu komplexeren entwickelt haben könnten. Wenn das wahr wäre - und Darwin konnte das nur vorschlagen, denn er konnte keinen absoluten Beweis belkommen - dann gab es scheinbar gar keinen Grund mehr, der Bibel zu glauben, wenn sie sagt, daß Gott am Anfang verschiedene Arten von vollkommen entwickelten Lebewesen und Pflanzen geschaffen hat. Wenn die Bibel in puncto Wissenschaft falsch war, warum sollte sie dann bei irgend etwas Recht haben?

Einige einflußreiche Leute nahmen Darwins Vermutung auf. Einer davon war der englische Biologe Thomas Huxley, welcher viele Punkte von Darwins "Andeutung" als Tatsache hinstellte. Huxley wurde der stärkste Befürworter der Evolution. Huxley prägte auch das Wort "Agnostik", um seine eigene Unsicherheit über Gott zu beschreiben. Dies war auch die Haltung, die von anderen übernommen wurde, welche nun in der sprießenden evolutionären Philosophie eine Rechtfertigung hatten, die Bibel anzuzweifeln.

Der einflußreiche deutsche Philosoph Karl Marx, Autor des revolutionären Kommunistischen Manifests, verehrte Darwin so, daß er ihm ein Exemplar seines Buches Das Kapital mit folgender persönlichen Widmung schenkte: "Herrn Charles Darwin von seinem aufrichtigen Bewunderer Karl Marx, London, 16. Juni 1873." Der russische Diktator Josef Stalin studierte in einem theologischen Seminar, als er anfing, Darwins Werke zu lesen. Er wurde bald zum Atheisten. Stalin übernahm die Evolutionsidee vom "Überleben des Stärkeren", und diese formte seinen Lebensstil, was zur Unterdrückung des russischen Volkes führte, zu Selbstverherrlichung und Massenmord.

Adolf Hitler sah in der Evolutionslehre einen Grund, um eine deutsche "Herrenrasse" zu schaffen, was zur Auslöschung von "Untermenschen" wie den Juden anspornte. Die Lieblingsautoren von Mao Tse Tung waren Darwin und Huxley. Schätzungsweise 30 Millionen niedergemetzelte Chinesen haben den Preis dafür bezahlt.

Die Geschichte zeigt, wie mit dem raschen Anwachsen des Evolutionsglaubens die geistigen Werte abgenommen haben. Doch nach wie vor ist der Schöpfer-Gott der Bibel allwissend und allmächtig. Aber wenn die Zufallsevolution wahr ist, wer braucht dann noch einen Schöpfer-Gott, der doch in einer "natürlich entstandenen" Welt vermutlich keine große Rolle spielt. Oder einen Schöpfer-Gott, der unfähig zu sein scheint, bereits am Anfang vollkommene Lebensformen zu erschaffen?

Vor diesem problematischen Hintergrund sehen wir, warum so viele Menschen heute für sich selbst leben anstatt für Gott. In der Kunst und der Musik finden sich nicht länger jene andächtigen, religiösen Themen. Man malt Moderne Kunst, und moderne Musik wird geschrieben und gespielt, um in erster Linie dem Künstler Ruhm, Geld und Ehre zu verleihen, aber nicht mehr Gott. Die Literatur für den gewöhnlichen Leser entbehrt heute meist jeglicher moralischer Werte und entspringt mehr und mehr dem Verlangen nach Bestsellern mit hohen Tantiemen. Die wissenschaftlichen Entdeckungen werden jetzt in vielen Fällen vom Wunsch nach stattlichen Forschungsgeldern oder dem Prestige des Entdeckers untergraben, statt zum Allgemeinwohl der Menschheit "erneut über Gottes Gedanken nachzusinnen".

Aber die "Ich"-Generation muß anfangen zu begreifen, daß der Evolutionspfad sie aufs Glatteis geführt hat. Wenn der Creation Science Dienst ihnen hilft zu erkennen, welchen Trümmerhaufen der Evolutionsglaube hinterlassen hat, dann werden sie einsehen, daß die Gesellschaft zu ihrem Schöpfer zurückkehren muß - zu Jesus Christus, ihrem Erlöser, der die Menschen wieder auf den richtigen Weg führt - den Weg zum ewigen Leben.

Quelle: Creation Ex Nihilo, Vol. 11, Nr. 3