Das tausendjährige Königreich

In diesem zweiten Artikel über das Reich Gottes behandeln wir DAS IRDISCHE REICH, das heißt, DAS ZUKÜNFTIGE REICH GOTTES AUF DIESER ERDE — DAS TAUSENDJÄHRIGE KÖNIGREICH.

Der Glaube, daß es ein Tausendjähriges Reich geben wird, ein Utopia, ein goldenes Zeitalter, wird von Christen und Nichtchristen, von Juden und Heiden gleichermaßen geteilt. Diese Welt braucht es, und die meisten Menschen akzeptieren, daß es keine Hoffnung für diese alte Welt gibt, wenn nicht ein Tausendjähriges Reich herbeigeführt werden kann.

Für den Christen bedeutet das zukünftige Tausendjährige Reich das Reich Gottes auf Erden — die Herrschaft Christi als König der Könige. Es ist für uns Christen angebracht, daß wir uns die Frage stellen: "Woher kam diese Vision, diese Hoffnung auf ein kommendes Tausendjähriges Reich?" Ich bin sicher, die Antwort finden wir im Wort Gottes, besonders im Alten Testament. Ich glaube, die Bibel macht es hinreichend klar, daß das endgültige Ziel für diese Welt das Reich Gottes auf Erden durch Gottes erwählte Rasse ist. Zuerst schauen wir auf

Das Reich des Bundes

Dieser Bund wurde mit Abraham geschlossen. Er sollte sich über die ganze Welt, auf alle Nationen, auf alle Geschlechter der Erde und auf alle Familien erstrecken. Siehe 1. MOSE 12:3; 1. MOSE 26:24; 1. MOSE 28:14. Dieser Bund wurde Isaak und noch einmal Jakob bestätigt. Während es keinen Zweifel gibt, daß der geistliche Samen von Abraham in diesen Segnungen: "Was von Isaak stammt, soll dein Geschlecht heißen" (RÖMER 9:7) enthalten ist, gibt es hier auch eine definitive Vorhersage, eine Prophezeiung, daß alle Nationen, Geschlechter und Menschen die Segnungen des Reiches Gottes auf Erden genießen werden und daß dies durch den natürlichen Samen Jakobs geschehen wird.

In diesem Bund mit Abraham werden der verheißene Same und "das Land" miteinander verbunden (1. MOSE 13:15; 1. MOSE 15:18; 1. MOSE 17:8). Wir schließen deshalb daraus, daß dieses weltweite Königreich durch das Land und das Volk dieses Landes kommen wird, das heißt, durch Israel. Das Land und der Same sind untrennbar. Sie stehen oder fallen miteinander.

Es kann auf keinen Fall gesagt werden, daß diese Segnungen für alle Nationen, Völker und Geschlechter durch das Predigen des Evangeliums kommen. Das Predigen des Evangeliums des gekreuzigten Christus galt niemals der Bekehrung der Nationen, sondern der Errettung von einzelnen Menschen dieser Nationen, und zwar, um ein Volk herauszurufen und sich ein Volk aus den Nationen zu trennen, die Seine Gemeinde sein werden, der Körper und die Braut Christi.

Der Bund wurde David bestätigt (PSALM 89:35). Gott verspricht, ein Haus, ein Königreich und einen Thron zu errichten.

"Dein Haus und dein Königreich sollen vor dir gegründet werden, dein Thron soll ewig bestehen" (2. SAMUEL 7:16). Siehe PSALM 89:4,17,37; KJV. Dieser davidianische Bund wurde Maria durch den Engel bestätigt. "Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, des Namen sollst du JESUS heißen. Der wird groß sein und ein Sohn des Höchsten genannt werden; UND GOTT DER HERR WIRD IHM DEN THRON SEINES VATERS DAVID GEBEN, UND ER WIRD EIN KÖNIG SEIN ÜBER DAS HAUS JAKOB EWIGLICH, UND SEINES REICHS WIRD KEIN ENDE SEIN" (LUKAS 1:31-33).

Genauso wie die erste dieser Verheißungen buchstäblich erfüllt wurde — "der wird groß sein, ein Sohn des Höchsten genannt werden" — so werden auch die späteren Verheißungen, welche noch in der Zukunft liegen, buchstäblich erfüllt werden. Davids Thron war in Jerusalem, und das ist der Thron, auf welchem Er sitzen wird.

Der Grund, warum Er den zweiten Teil der Engelsbotschaft nicht erfüllte, war einfach, daß Jesus nicht kam, um das irdische Reich während Seines ersten Erscheinens aufzurichten. Der Grund für Sein erstes Erscheinen war, Erlösung für die Menschheit zu bringen, die neue Schöpfung ins Leben zu rufen und um Seine Gemeinde aufzubauen. Er ging nicht nach Jerusalem, um auf dem Thron Davids zu sitzen, sondern um am Kreuz zu sterben.

Das Bemerkenswerte ist, daß Israel fast zweitausend Jahre lang keine Nation war und so das irdische Königreich also nicht während dieser Zeit bestanden haben konnte. Trotzdem ist Er König der Juden, wenn auch der verworfene König, aber Er wird wiederkommen — wofür? Um Seine Gemeinde für sich selbst zu empfangen und Sein irdisches Königreich aufzurichten. Dies wird Er tun, indem Er den mit David geschlossenen Bund durch Sein Volk Israel einhält. Das ist der Grund, warum sie wieder eine Nation im Land Israel sind und für Seine Rückkehr vorbereitet werden. Ihre Verbannung aus dem Land ist vorbei, der König kommt.

Denke an die Herrlichkeit dieses Königreichs

Wir lesen folgende Schrift: "Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der Ehre des Herrn, wie Wasser das Meer bedeckt" (HABAKUK 2:14). Der prophetische Psalm sagt: "Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich, und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden! Amen! Amen" (PSALM 72:19)! Wenn man daran denkt, daß die Herrlichkeit des Herrn auf die Stiftshütte in der Wüste und den Tempel in Jerusalem beschränkt war, daß sie dort erschien und von dort wegging, welch eine Verheißung ist dann das: "... alle Lande sollen seiner Ehre voll werden" (PSALM 72:19)!

Können wir uns überhaupt vorstellen, wie das sein wird? Das Evangelium von Matthäus sagt: "Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und werden vor ihm alle Völker versammelt werden" (MATTHÄUS 25:31-32).

Dann werden die Nationen keinen Krieg mehr kennen, sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schlagen und ihre Speere zu Rebmessern; Nationen werden nicht mehr gegeneinander das Schwert erheben. Wenn Sein Königreich kommt, "werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben" (JESAJA 11:6).

Warum wird das so sein? Weil: "... das Land voll Erkenntnis des HERRN sein wird, wie Wasser das Meer bedeckt" (JESAJA 11:9). Wie weitverbreitet wird das irdische Königreich sein, fragen wir uns? Es wird weltweit sein. Jesaja sagt uns dies: "und viele Völker werden hingehen, und er wird richten unter den Heiden" (JESAJA 2:2-4). Jeremia schließt sich Jesaja in diesen prophetischen Äußerungen an mit den Worten: "Sondern zu jener Zeit wird man Jerusalem nennen "Des HERRN Thron", und es werden sich dahin sammeln alle Heiden um des Namens des HERRN willen zu Jerusalem, und sie werden nicht mehr wandeln nach ihrem verstockten und bösen Herzen" (JEREMIA 3:17).

Es gibt viel zu viele Hinweise, die zeigen, daß die Herrschaft des Herrn weltweit sein wird, als daß man sie hier zitieren könnte. Ich möchte nur zwei weitere anführen. Die Worte von Sacharja: "So werden viele Völker, Heiden in Scharen, kommen, kommen, den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen. Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, daß Gott mit euch ist" (SACHARJA 8:22-23). Und abermals: "Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde" (SACHARJA 9:10).

Wo immer die Sonn' zieht ihre Bahn
Herr Jesus wird regieren dann
Von Strand zu Strand zieht sich Sein Reich
Bis die Sonn' aufgeht und nicht mehr weicht. 

Wird jemand wagen zu sagen, daß diese Prophezeiungen nicht buchstäblich erfüllt wurden oder in Erfüllung gehen werden? Die Prophezeiungen über die Geburt des Heilands und wo sie stattfinden sollte, wurden buchstäblich erfüllt, und genauso werden sich diese Prophezeiungen über den kommenden König, Jerusalem und Gottes auserwählte Nation buchstäblich erfüllen. Eines steht fest: Der kommende König der Könige wird Jesus sein, die Stadt wird Jerusalem sein, das Volk, durch das Er regieren wird, wird das auserwählte Volk sein.

Wann wird dies sein?

Kein Mensch kennt den Tag oder die Stunde Seines Kommens, aber APOSTELGESCHICHTE 15:14-18 beschreibt klar, daß es "danach" sein wird (Vers 16). Wonach? Jakobus sagt uns, wobei er mit Petrus übereinstimmt, daß es dann sein würde, nachdem Gott bei den Heiden war. Aus welchem Grund würde Er wohl zu den Heiden kommen? Um aus ihnen ein Volk nach Seinem Namen herauszunehmen. Dies sind die Herausgerufenen, die Ecclesia, Seine Gemeinde. Wenn das geschehen ist, werde ich zurückkommen. Wofür? "Um die zerfallene Hütte Davids wieder aufzurichten" (AMOS 9:9-15). Dies macht es hinreichend klar, daß sich dies auf die Rückkehr Christi bezieht. Und warum wird Er zurückkommen, um den Tempel Davids wieder aufzubauen? "Auf daß, was übrig ist von Menschen, nach dem Herrn frage" (APOSTELGESCHICHTE 15:17). Ich habe bereits aus SACHARJA 8:22-23 aufgezeigt, daß dann, wenn der Tempel Davids wieder aufgebaut ist und Er regiert, Völker und Menschen den HERRN suchen werden.

Gott sei Dank: "... ruht die Herrschaft auf seiner Schulter ... auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, daß er's stärke und stütze ..." (JESAJA 9:6-7).

Bringen uns diese Prophezeiungen nicht dazu, daß wir ausrufen wollen: "Komm schnell, Herr Jesus, die ganze Welt wartet auf dich."

Von JOHN FOSTER (Bedford) -- (ehemaliger Israel-Missionar in Jerusalem)

Quelle: Redemption Tidings