Das siegreiche Leben in Jesus Christus

"Er zerteilte das Meer ..." (PSALM 78:13-17 und 41). "Sie versuchten Gott immer wieder und ..." (V. 14-17).

Psalm 78 zeigt die Stärke Gottes, Seine großartige Arbeit auf der einen und das erbärmliche Versagen der Gemeinde des Alten Testamentes auf der anderen Seite; denn das ist es, was Israel war: Israel war die Gemeinde des Alten Testamentes von Jahwe. Und da wir Seine Gemeinde des Neuen Testamentes sind, können wir viele, viele wertvolle Lektionen lernen. Hier sind einige Dinge, die selbst für uns, die Gemeinde des Neuen Testamentes des Herrn Jesus Christus, von großer Bedeutung sind.

Die Menschen von Israel waren in Ägypten. Sie standen dort unter Sklaverei. Durch die Peitsche wurden sie gezwungen, Ziegelsteine herzustellen, Pyramiden zu bauen, Häuser zu bauen und vieles mehr. Sie waren dort Sklaven. Sie waren dort nicht als Diener, sondern sie waren absolute Sklaven.

Dann sandte Gott einen Mann - Moses. Er gab ihm einen Assistenten namens Aaron, und dann wurden sie aus Ägypten befreit - Preis dem Herrn! So wie wir von der Macht der Sünde erlöst worden sind, so wurde Israel aus der Gewalt des Pharao errettet. Der Pharao wollte nicht hören. Jetzt war es nicht Moses' Arbeit, den Pharao zu überreden. Egal, wie sehr Moses den Pharao zu überreden versucht hätte - es hätte nicht geklappt. So sprach Gott: "Moses, sorge dich nicht, ich werde mein Wort durch Zeichen und Wunder bekräftigen."

Befreiung

Befreiung ist auch ein Werk Gottes. Erlösung ist immer ein Werk Gottes. Ich persönlich kann nicht viel tun. Alles, was ich tun kann, ist zuzustimmen, aus Ägypten herausgeführt zu werden. Das ist alles. Ich habe zuzustimmen und zu gehorchen. Wenn ich zustimme und wenn ich gehorche - gerade heute! - werde ich aus dem Land Ägypten herausgeführt werden, aus dem Land der Knechtschaft, aus dem Land und dem Leben der Sünde, und Gott achtet darauf, daß ich herauskomme. Es war ganz und gar ein Werk Gottes. Er verwandelte das Wasser in Blut. Es ist bedeutsam festzustellen, daß das erste Wunder des Alten Testamentes die Verwandlung von Wasser in Blut war und daß das erste Wunder des Neuen Testamentes im Amt von Jesus die Verwandlung von Wasser in "Wein" war. Das ist der Unterschied zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Jesus kam, um Wasser in "Wein" umzuwandeln. Laßt uns das im Gedächtnis behalten. Befreiung aus Ägypten bedeutet Befreiung aus unserem alten Leben der Sünde. Nun, das ist phantastisch, aber es ist noch nicht alles.

Erstens, Israel mußte befreit werden. Dann gingen sie in die Wildnis. Als Gott die Welt erschuf, dachte Er sicher an Israel, seine Gemeinde des Alten Testamentes. Sicher hätte Er die allerschönste Landschaft mit grünen Wiesen, übersät mit Vieh und Quellen mit süßem Wasser schaffen können. Doch das tat Er nicht. Statt dessen erlaubte Er, daß eine Wildnis zwischen Ägypten und dem versprochenen Land war. Dies beweist mir, daß es Gottes absoluter Wille für Seine Kinder damals und für uns heute war, eine wildnisartige Erfahrung zwischen Ägypten (meinem alten Leben) und dem Bestimmungsort in meinem neuen Leben zu haben.

Disziplin

Dies ist Gottes perfekter Plan für mein Leben. Warum? Weil ich Disziplin, göttlichen Auftrag, nicht in Ägypten unter der Herrschaft des Pharao lernen kann, und ich kann es auch nicht in Kanaan (Israel). Ich kann es nur unter harten Bedingungen, unter brennender Sonne, in trockener Wildnis, wo es kein Wasser und kein Brot gibt. Nur hier kann ich die geistliche Qualität entwickeln, es zu erlernen, Jesus zu vertrauen - egal, was geschieht. Halleluja! ... So war es Gottes perfekter Plan: erst die Befreiung aus Ägypten und dann die Disziplin in der Wildnis. Wir müssen Disziplin lernen, und wenn wir nicht lernen, Gott zu vertrauen, selbst unter härtesten Bedingungen, werden wir ein Stück Holz in stürmischer See sein. Es würde von jeder Welle hinaufgetragen werden und in jedes Tal wieder hinunterfallen - hinauf und hinunter, auf und ab. So möchte uns Gott nicht die ganze Zeit über sehen. Gott möchte, daß wir Ihm vertrauen, wenn die Sonne scheint und wenn der Mond scheint - bei Tag und Nacht.

Aber auch in der Wildnis kann ich eine große Lektion von den Kindern Israels erlernen; ich darf lernen, daß Gott nicht erlaubt, daß sie umkommen. Er gab Wasser, und Er gab Manna. Er gab sogar Fleisch. Er hatte eine Wolkensäule bei Tag und eine Feuersäule bei Nacht - alles übernatürlich. Er hatte die Wolke des Ruhmes über der Stiftshütte. Phantastisch.

In der Wildnis erhielten die Kinder Israels den Grundstock für ihren Gottesdienst. Sie mußten lernen, wie sie Jahwe ehren sollten - nicht in Kanaan, sondern in der Wildnis. Nicht im versprochenen Land, sondern in der Wildnis. Sie mußten lernen, ihrem Gott zu vertrauen, daß Er ein gütiger Vater ist und nicht erlauben wird, daß sie an Hunger und Durst umkommen. Er führte sie auf übernatürliche Weise.

Entwicklung

Ich wurde einmal gefragt, was geschehen wäre, wenn Adam und Eva nicht gefallen wären, als die Versuchung durch die Schlange kam. Was wäre geschehen? ... Ich erzählte ihnen, daß ich glaube, daß nach Versuchung Nr. 1 Test Nr. 2 und dann Test Nr. 3 gekommen wäre.

Nicht, daß Gott uns prüfen möchte, bis wir fallen, aber Gott weiß, daß sich geistliche Qualität nur unter harten Bedingungen entwickeln kann. In Versuchungen, Proben und in wildnisartigen Erfahrungen. Ist das nicht wahr?

Anders könnte die Schönheit der Heiligkeit nicht weiter scheinen, und unser christlicher Charakter könnte nicht reifen. Wenn du also zur Zeit durch einen Test fällst, kannst du einer Sache sicher sein: Derselbe Test wird solange wiederholt, zweimal, dreimal, manchmal 30mal, bis du es gelernt hast, und dann nimmt dich Gott auf eine höhere Stufe. Darum entwickeln sich einige schneller als andere. Aber Gott möchte uns reifen sehen, so daß die Schönheit der Heiligkeit, die Schönheit von Jesus Christus zur vollen Entwicklung kommt!!! Wenn jeder Tag nur ein Tag des Sieges wäre, würden wir keine Tiefen haben. Aber nun weiß ich eines: Mein Gott ist der Gott, der mich von Bären und Löwen befreit, und deshalb kann Er mich von diesem Goliath befreien.

Versorgung

Kannst du erkennen, daß Gottes Absichten Absichten der Liebe sind? Etwas anderes, das mir auffiel, ist folgendes: Wenn wir der Führung des Heiligen Geistes folgen, der Wolkensäule bei Tag und dem Feuer bei Nacht, werden wir uns unserer Versorgung immer sicher sein, denn das Manna fiel immer dort, wo die Wolke war. Wenn Israel nicht der Wolke gefolgt wäre, hätte es den Hungertod erleiden müssen. Ich glaube, selbst wenn die Trompete bei Nacht erklang, mußte Israel schnell aufspringen und der Wolke folgen, der Säule aus Feuer.

Bei Nacht? Warum? Weil sie wußten, wenn sie nicht folgen, selbst bei Nacht, werden sie am nächsten Morgen kein Frühstück haben! Ja, es ist wahr, wir müssen folgen. Jeder Mann, jede Frau, die der Führung des Heiligen Geistes folgt, braucht sich nicht um Brot noch um Wasser zu sorgen. Es wird kommen, so sicher wie Gott auf Seinem Thron ist - dies ist Sein Versprechen. "Mein Gott aber wird ausfüllen all euren Mangel nach seinem Reichtum in der Herrlichkeit ..." Halleluja!

Wir müssen diese Lektionen lernen. Endlich, nach 38 Jahren, kamen sie in das Land von Kanaan, das versprochene Land, und zwar durch ein weiteres Wunder, denn die obere Hälfte des Jordans trocknete aus, die andere floß ab, und sie gingen auf dem Trockenen mitten hindurch, obwohl es zur Zeit einer Flut war.

Herrschaft

Zuerst Befreiung aus Ägypten, dann Disziplin in der Wüste und schließlich Herrschaft im verheißenen Land. Befreiung, Disziplin und Herrschaft - diese drei Dinge bedeuten RETTUNG!

Wir denken, Erlösung bedeutet, wenn ich meine Sünde zurückgelassen habe. Nein. Erlösung bedeutet viel, viel mehr. Befreiung von den Sünden bedeutet, ich lasse die Fleischtöpfe in Ägypten zurück, ich lasse die Sklaverei zurück, ich werde nicht mehr vom Stock des Unterdrückers angetrieben, wie wir in Jesaja Kapitel 9 lesen. Ich bin befreit - Dank dem Herrn, und ich will Seinen Namen loben, solange ich lebe, hier auf Erden und im Himmel.

Jetzt möchte ich deine Aufmerksamkeit auf einen anderen Punkt lenken. Der Vorgang der Befreiung dauerte über ein Jahr. Dann dauerte es 38 Jahre, bis sie lernten, Jahwe zu vertrauen (So habe bitte Geduld mit dir selbst!). Und drittens, Herrschaft: Sie hatten 500 Jahre Herrschaft im Lande Kanaan.

Du kannst selbst urteilen - ein Jahr Befreiung, 38 Jahre Disziplin, d.h. zu lernen, dem Herrn selbst unter härtesten Bedingungen zu vertrauen, und drittens eine 500 Jahre andauernde Thronherrschaft. Kannst du jetzt das Herz des Herrn verstehen? Gott möchte, daß wir mit Ihm zusammen Herrscher sind. Das ist es, was Er im Sinn hat. Ich glaube nicht, daß der Herr Freude daran hat, wenn wir über jeden Stein auf unserem Weg stolpern. Gott hat uns nicht gemacht, damit wir im heißen Sand der Wildnis sitzen und Tränen vergießen. Sicher geschieht das hin und wieder. Aber Gottes Absicht mit dir und Gottes Absicht mit mir ist, daß wir regieren sollen, daß wir Herrschaft in Seiner Macht, in Seiner Kraft durch die Kraft des Heiligen Geistes haben sollen. Halleluja.

Das ist großartig! Nun, unsere Lebensspanne beträgt 80 Jahre. Ein Jahr entspricht vielleicht einer Woche in deinem Leben. 38 Jahre sind dann ungefähr 4 Jahre, und der Rest sollte pure Herrschaft zum Ruhme Gottes sein!

Herrscher

Das ist es, was Gott für unser Leben wünscht, nämlich daß wir reife Christen werden. Laßt uns diese Lektionen schnell lernen, und Gott wird uns zu Herrschern machen. Niemand kann herrschen, wenn er nicht gelernt hat zu gehorchen. Also, je schneller du lernst zu gehorchen, desto eher wird dich Gott zu einem Herrscher in Seinem Königreich machen... Als ich mir plötzlich darüber klar wurde, war es, als ob ein völlig neues Bild vor meine Augen gekommen wäre. Unsere Berufung ist nicht eine Berufung zu geschlagenen und gedroschenen Kindern Gottes. Gott möchte, daß wir das Fleisch regieren. Sünde soll keine Herrschaft über dich haben. Du sollst Herrschaft über die Sünde haben. Der Geist der Furcht soll keine Herrschaft über dich haben. Du sollst diesen Geist der Furcht im Namen Jesu regieren. Du sollst die Lüste des Fleisches regieren. Du sollst alle diese Dinge, die auf dich zukommen, regieren! Du sollst im Namen Jesu auf dem Thron sitzen und in der Kraft Seiner Macht regieren... Das ist unsere letztendliche Berufung: Herrscher mit Jesus Christus zu sein!

Israel hatte viel zu lernen. Als sie Ägypten verließen und befreit wurden, waren sie 400 Jahre lang Sklaven gewesen. 400 Jahre hatten sie Dunkelheit. 400 Jahre lang wurden sie geschlagen, außer vielleicht zur Zeit Josephs. Sie waren wirklich geschlagen. Ihre Gesinnung war völlig zerschmettert. Sie hatten kein Rückgrat mehr, und jetzt plötzlich aus der Sklaverei geführt, mußten sie lernen, ihrem Gott zu vertrauen.

Veränderung

Sie mußten alles verändern, ihre Gedanken, ihre Sprache, ihr Äußeres, alles mußte geändert und geheilt werden. Sie mußten aufstehen und gegen die Feinde, die sie angriffen, kämpfen. Sie kamen in eine völlig andere Phase. Vielleicht bist du in der Wildnis, vielleicht bist du schon in Kanaan, aber vergiß Ägypten nicht. Aus Ägypten herauszukommen, dauerte ein Jahr. Disziplin zu lernen dauerte 38 Jahre, und die Herrschaft dauerte 500 Jahre. Das möchte Gott von uns: daß wir nicht vom Teufel regiert werden, nicht von unseren Sinnen, nicht von unserem Fleisch, sondern daß wir vom und durch den Heiligen Geist regiert werden. Wir müssen Gott eine Chance geben, wir müssen lernen, Ihm zu vertrauen, und dann formt Er eine Säule für uns, der wir folgen können. Ich glaube, daß die Leute von Israel in der Wildnis nie in Nachthemden schliefen, denn sie wußten nie, wann die Trompete ertönen würde, und dann gab es keine Gelegenheit, sich anzuziehen. Da gab es nur Zeit, die Zeltstifte herauszuziehen, sie über die Schulter zu werfen und schnell der Säule nachzulaufen.

Bereitschaft

Wir müssen immer in einem Zustand der geistlichen Bereitschaft sein. Daß wir uns niederlassen, ist das Schlimmste, was uns passieren kann. Wenn du die Rauchsäule an einem Tag verpaßt, mag es sein, daß du sie für ein ganzes Jahr aus den Augen verlierst, denn sie noch einmal wiederzufinden, ist eine schwere Aufgabe.

So laßt uns auf dieser Spur bleiben. Laßt uns Schritt halten, laßt uns in Reih und Glied bleiben, wenn die Trompete erklingt, und aufstehen, denn sonst wirst du deine Nahrung vermissen!

Es ist leicht, davonzulaufen. Es ist weit schwieriger, Disziplin zu lernen. Aber genau das ist Gottes Absicht und Gottes Plan für dich und mich. In dem Moment, wo du diese Lektion gelernt hast, wirst du am Ufer des Jordan stehen, und die nächste Phase wird kommen: zu herrschen und all die faulen und schlechten Dinge, die dich umgeben, zu überwinden.

Du wirst diesen Dingen keinen Tribut mehr zahlen, sie werden dir Tribut zahlen. Das passierte auch David in seinem Amt. Solange er lebte, zahlten sie ihm Tribut. Er stellte seine Füße auf den Nacken von Königen - Preis dem Herrn! Sie lagen zu seinen Füßen. Er regierte, und die Segnungen Gottes flossen.

Wir werden aufgerufen, im Namen Jesu zu regieren!

von Reinhard Bonnke (Christus für alle Nationen, Afrika)
Quelle: CfaN aus Revival Report