Das Fehlen des Heiligen Geistes

Das Fehlen des Heiligen Geistes hinterlässt ein Vakuum in den Kirchen

Etwas fehlt! Etwas ging verloren. Unsere Bibeln berichten uns von einer aufregenden, erschütternden, sensationellen Errettung. Irgendwo ist da ein Widerspruch ...

Dieser Artikel ist für den aufrichtig Suchenden eine Herausforderung. Es wird nicht so sehr beabsichtigt eine Lehre, als vielmehr eine Erfahrung hervorzuheben. Der Leser soll die Zeugnisse von anderen, sowie die Behauptungen moderner Religionen fallen lassen und die niederschmetternde Wahrheit erkennen, daß heutzutage die sogenannte Errettung wenig oder gar nichts mit der wahren biblischen Bedeutung dieses überaus wichtigen Wortes gemeinsam hat.

Der Zweck dieses Artikels ist es, die unvermeidliche Verbindung der "Manifestation des Geistes" mit der Errettung zu erläutern, und auf den menschlichen Irrtum hinzuweisen, indem man behauptet, "gerettet" zu sein, während man die Bedeutung außer Acht läßt, die diesem Wort in der Bibel zukommt.

Hier ist ein anschauliches Beispiel: Ein guter Apfel ist keine Orange; ein Fußballfan zu sein, muß nicht unbedingt heißen, daß man auch ein Fußballer ist. Genauso muß einer, der an die Bibel, die Geschichte vom Kreuz oder von Jesus Christus glaubt, nicht unbedingt auch "gerettet" sein. Diese Tatsache wird in der Bibel genauestens verdeutlicht.

Gott ist allmächtig

Wie war der Gott des Alten Testaments? Was hat Er gemacht? Nun, wir haben zweifellos eine Fülle von Beschreibungen im Alten Testament. Gott war freundlich, liebend, und Gott war grausam, eifersüchtig und strafend. Gott war bei Adam im Garten und bei Noah in der Sintflut. Gott schuf und plante, Gott sprach zu Abraham, Isaak und Jakob; Er erschien auf unterschiedliche, übernatürliche Weise aus verschiedenen Gründen. Er war eine Feuersäule für die Israeliten und ein brennender Busch für Mose, und auf hundertfältige Weise offenbarte sich Gott der Menschheit. Gott war aktiv und herausfordernd, immer bereit, seine Allmacht unter Beweis zu stellen. Gott belohnte Elias Gebet mit Feuer vom Himmel. Gott weigerte sich, von seinem eigenen prophetischen Plan abzuweichen. Er bewohnte die Stiftshütte und den Tempel - auf wunderbare Weise. Gott versprach, in dir und allen Menschen zu wohnen. Hat Er es getan? Wird Er es tun? Tut Er es? Gott bietet uns schriftgemäße, vorhergesagte Beweise über den Empfang seines Geistes an. Das ist Errettung nach der Bibel.

Das Königreich Gottes ist das Reich, Jesus Christus ist das Haupt des Königreichs, Er ist der König der Gemeinde, das Haupt des Leibes. Jesus sagte seinen Jüngern: Betet "Dein Reich komme, Dein Wille geschehe auf Erden..." (MATTHÄUS 6:10). Er gab Petrus (und seinen Mitknechten) die Schlüssel zum Himmelreich. Dies ist das Evangelium.

Paulus schrieb: "Denn das Reich Gottes ist ... Gerechtigkeit ... und Freude und der Heilige Geist" (RÖMER 14:17). Jesus warnte Nikodemus: "Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen" (JOHANNES 3:5). Tatsächlich aber betonte unser Herr, daß man das Reich Gottes nicht einmal sehen könnte.

Die gewöhnliche Errettung

Das Königreich, der Leib, die Gemeinde sind ebenso untereinander gleichbedeutend wie Errettung oder wiedergeboren sein, vom Heiligen Geist geboren sein, von oben geboren sein, erneuert, belebt, und versiegelt. Die biblischen Christen wurden vom Geist Gottes "bewohnt" oder hatten Ihn in sich wohnen. Es war offensichtliche Lehre, daß die angebotene Errettung etwas allgemeines war, wie damals in Israel; alle mußten "denselben geistlichen Trank" (1. KORINTHER 10:4) trinken.

Man stelle sich nun vor, wie Millionen Menschen das Gebet sprechen, daß das Reich Gottes auf Erden kommen möge, während sie gleichzeitig den wahrhaftigen und einzigen Weg verleugnen, auf dem Gottes Königreich (Reich) kommen kann. Für Nikodemus bedeutete es, daß er nur durch die Taufe und den Heiligen Geist hineinkommen konnte, und das, obwohl er große Kenntnisse unter den Israeliten besaß.

Wiederum nach der Warnung, daß man den Leib des Herrn unterscheiden (sehen) muß, damit man nicht "unwürdig esse und trinke", erinnert Paulus die Korinther daran, daß "wir ... durch einen Geist alle zu einem Leib getauft [sind] ... und sind alle mit einem Geist getränkt" (1. KORINTHER 12:13).

Achte auch auf die Voraussetzung für das Eintreten, auf die Gaben und auf die Manifestationen von Gottes Kraft. Und beachte den Widerspruch zu den modernen Kirchen.

Kurz gesagt war das Evangelium (die frohe Botschaft) vom Reich Gottes eine Einladung zu einer persönlichen Erfahrung mit dem Geist Gottes, die den bußfertigen Sünder in eine erlösende Beziehung mit Gott führen würde.

Der grundsätzliche Unterschied zwischen einem "Gläubigen" und einem "Empfänger" sollte offensichtlich sein. Dieser wesentliche Unterschied wird zwar dargestellt, aber man sollte beachten, daß der Geist Gottes auch in unterschiedlicher Terminologie beschrieben wird.

Das Neue Testament erzählt uns vom Heiligen Geist. Paulus schreibt auch über einen Geist des Herrn, Heiligen Geist und den Geist Christi und den Geist Gottes. Jesus erklärte, daß der Geist des Herrn auf Ihm war. Johannes der Täufer sah "den Geist Gottes" wie eine Taube auf Jesus herabkommen. Paulus schreibt von "dem ewigen Geist" und versichert den Ephesern, daß es nur "einen Geist" gibt.

Diese und andere Bezeichnungen werden wahllos im Alten und Neuen Testament benützt. Der Punkt, den wir hier klarstellen wollen, ist, daß es nur einen Geist gibt, und das trotz der Lehre von einigen Leuten, daß der Geist Christi bei der Bekehrung empfangen und der Heilige Geist als "pfingstlerischer Zusatz" empfangen wird. Dies ist eine Irrlehre und könnte sehr wohl den Suchenden auch ungerettet lassen!

Die Verheißung des Heiligen Geistes

Jesus sprach: "Wen da dürstet (d.h. wer Errettung sucht), der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt (ein Gläubiger, aber noch kein Empfänger), wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen! Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfangen sollten (gr. mello: würden), die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da, denn Jesus war noch nicht verherrlicht" (JOHANNES 7:37-39).

Allein diese Schrift ist eine direkte Herausforderung an alle, die an Jesus Christus glauben, um sicherzustellen, daß sie den Heiligen Geist empfangen. Aber vielleicht sagst du: "Ich bin sicher, daß der Herr in Zeiten der Versuchung und Trübsal bei mir gewesen ist." Das mag ja wohl stimmen, aber Jesus sagte: "...er (der Geist) bleibt bei euch und wird in euch sein" (JOHANNES 14:17).

Wir wollen uns nun die austauschbaren Begriffe betrachten, die für das Erlebnis der Errettung benützt werden:

Johannes der Täufer sagte: "Ich taufe euch mit Wasser zur Buße ... Er (Jesus) wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen" (MATTHÄUS 3:11).

Jesus sagte zu seinen Jüngern: "... ihr werdet aber die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird" (APOSTELGESCHICHTE 1:8). Dieses Ereignis wird in Apostelgeschichte Kapitel 2 beschrieben, als sie mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden. Diese Begriffe entsprechen sich also offensichtlich.

Eine weitere Schrift, die Licht auf die Sache wirft, finden wir in Epheser 1, wo Paulus erklärt: "... auf daß wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, die ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit - in ihm seid auch ihr, da ihr gläubig wurdet, versiegelt (gerettet) worden mit dem heiligen Geist, der da verheißen ist, welches ist das Unterpfand (Zusicherung) unsres Erbes (Errettung) zu unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit" (EPHESER 1:12-14).

Laß dich nicht verführen!

Paulus sagt: "Ich fürchte aber, daß, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, so auch eure Gedanken verkehrt werden hinweg von der Einfalt und Lauterkeit gegenüber Christus. Denn wenn einer zu euch kommt und einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen andern Geist empfanget ... oder ein ander Evangelium ..." (2. KORINTHER 11:3-4).

Einige haben argumentiert, daß der Äthiopier (APOSTELGESCHICHTE 8) nichts über den Empfang des Heiligen Geistes berichtet. Wir wagen zu behaupten, daß der Phillipus von der Erweckung in Samarien den Eunuchen nicht im geringsten Zweifel über den Heiligen Geist läßt, wenn er ihm vorher die Schrift erklärt (wie er es auch getan hat). Tatsächlich erkennt Paulus nur ein Evangelium an, indem er feststellt: "Aber wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, als wir euch gepredigt haben, der sei verflucht" (GALATER 1:8).

Eines ist sicher: Es gibt nur ein Evangelium. Eine aufrichtige Betrachtung der Definition der Bibel von Evangelium wird diese Ungereimtheit ein für alle Mal klarstellen.

Was meinte Joel?

"... sondern das ist's, was durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist: »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch" (APOSTELGESCHICHTE 2:16-17).

Von was sprach Joel? Er sprach über die Ausgießung von Gottes Geist "in den letzten Tagen". Joel erklärte über Gott: "Und ihr sollt's erfahren, daß ich mitten unter Israel bin und daß ich, der Herr, euer Gott bin ... wer des Herrn Namen anrufen wird, der soll errettet werden." (JOEL 3:1-5)

Die Menge war erstaunt über dieses erste Ausgießen an Pfingsten. Petrus erklärte, was passiert war. Dies, sagte er, ist das, was verheißen war; diesen "verheißenen heiligen Geist vom Vater ... was ihr hier sehet und höret" (APOSTELGESCHICHTE 2:33).

Was meint die Bibel, wenn sie sagt, daß das Zungenreden aufhören wird?

Oft bemühen wir uns, eine Prophezeihung vor ihrer Zeit in Erfüllung zu bringen. Wir kritisieren die Zeugen Jehovas dafür, daß sie behaupten, daß Christus schon zurückgekehrt sei, einfach nur, weil ein paar Schriften seine Rückkehr verheißen. Es ist wahr, daß das Wort sagt: "... und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird" (1. KORINTHER 13:8).

Der Apostel Paulus hat die Gemeinde nur an die Gaben des Heiligen Geistes erinnert. Die offiziellen Kirchen verneinen mit Fleiß, daß das Wort der Erkenntnis verschwunden sei, während sie mit Nachdruck versichern, daß das Zungenreden aufgehört hat.

Das Vollkommene

Wenn wir in diesem Kapitel weiterlesen, können wir den Vers im Zusammenhang sehen: "Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören" (1. KORINTHER 13:10).

Kritiker des Zungenredens haben jede nur denkbare Erklärung für "das Vollkommene" geboten, aber wenn man weiterliest, findet man die fertige Lösung: "Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht" (Vers 12). Wenn unser Verständnis, unsere Erfahrung und unsere Darstellung Christi jetzt bereits "von Angesicht zu Angesicht" ist, warum wäre es dann notwendig, daß Er zurückkommt? Ein wahrhaftig geisterfüllter Christ wird zugeben, daß unser Glaube doch geringfügig mit der Offenbarung zu tun hat, die das zweite Kommen Jesu Christi bringen wird. Das wird bekräftigt in der zweiten Hälfte desselben Verses: "Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin."

Gottes unveränderliche Gabe

Wir können diese Schriften nicht aus dem Zusammenhang reißen. Gott hat die Gemeinde mit den Gaben seines Heiligen Geistes zurückgelassen, und so soll es sein, bis Christus wiederkommt.

Paulus' Bemerkung über "tat ich ab, was kindlich war" (Vers 11) kann sich schwerlich auf die Zungenrede beziehen. Tatsächlich war das nicht so. Er bezog sich hier auf den Mangel an Verständnis der geistlichen Gaben innerhalb der Gemeinde. Ihr Eifer, Gottes Geist auszuüben, verursachte Unordnung in ihren Versammlungen. Paulus' Ermahnung sollte die Ordnung wiederherstellen. Er fährt dann fort, die Zungenrede in der Gemeinde zu erklären.

"Seid keine Kinder"

Die abschließenden Bemerkungen, die Paulus macht, sollten einiges an Bedeutung haben für die, die die Zungenrede attackieren. Er sagt: "Wer aber das nicht anerkennt, der wird auch nicht anerkannt. Darum, liebe Brüder, befleißiget euch des Weissagens und wehret nicht, in Zungen zu reden" (1. KORINTHER 14:38-39). Das hört sich ziemlich endgültig an, wenn die ganze Angelegenheit von demselben Schreiber mit dem ausdrücklichen Wunsch eingeleitet wird: "Über die geistlichen Gaben aber will ich euch, liebe Brüder, nicht ohne Erkenntnis lassen" (1. KORINTHER 12:1).

Gerade in der Mitte dieser Botschaft an die Korinther fügt Paulus betreffs der Anwendung der Gaben in der Gemeinde hinzu: "Liebe Brüder, werdet nicht Kinder, wenn es zu verstehen gilt ... Im Verstehen aber seid vollkommen" (1. KORINTHER 14:20).

Sich der Zungenrede entgegenzustellen heißt, sich der positiven Manifestation von Gottes Geist in der Gemeinde entgegenzustellen. Die Gemeinde ist der Leib Christi - was also ist unsere Einstellung gegenüber seinem Leib?

Was war es also?

DAS SPRECHEN IN ZUNGEN ist nicht nur das von Gott gegebene Zeichen, das unseren Glauben bestätigt, wenn wir den Heiligen Geist empfangen haben (MARKUS 16:17); es ist nicht nur ein Zeichen für die Ungläubigen, die die Gabe der Zungenrede in der Gemeinde hören und in dieser Manifestation die Gegenwart Gottes erkennen. Diese Zeichen (gr. semelon, semaphore, Zeichen) bestätigen das gepredigte Evangelium, wo die Zeichen passieren (MARKUS 16:20).

Viel wichtiger ist, nach der anfänglichen Bestätigung unserer Taufe im Heiligen Geist, daß die bleibende Fähigkeit, in Zungen zu sprechen, uns zu einer wertvollen Gebetssprache wird. Wenn wir in Zungen beten (im Geist beten, wie Paulus es nennt), dann ist es in der Tat der Heilige Geist selbst, Der durch uns spricht. "Desgleichen hilft auch der Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns ..." (RÖMER 8:26).

Kein Wunder, daß Paulus sagt: "Ich danke Gott, daß ich mehr in Zungen rede als ihr alle" (1. KORINTHER 14:18).

Quelle: "Voice of Revival"