Das Beten in Zungen

Sprache ist nicht immer unbekannt

Meine Frau Clara konnte nicht begreifen, warum Lucia Molina sie plötzlich so erregt in Spanisch anredete. Clara hatte diese Sprache niemals erlernt!

Doch gerade hatte das Dienstagsgebetstreffen der Frauen geendet, und Lucia, eine Eingeborene aus Kuba, schien zu glauben, daß ihre neugefundene amerikanische Schwester in Christus dazu fähig sein sollte, ihr schnelles, feuerndes Spanisch zu verstehen. Am darauffolgenden Samstag kam die einzige Frau der Gemeinde, die zwei Sprachen beherrscht, zu Clara und erklärte die Situation.

Ernestin Kittleman hatte mit Lucia gesprochen und das Problem erörtert. „Lucia sagte, sie bemerkte, daß du in schönem, fließendem Spanisch gebetet hast", sagte sie. „Du hast für einige Christen in China gebetet, nanntest sie beim Namen und batest den Herrn um Schutz für sie. Nicht nur das, Clara, du hast außerdem ein Lied in Spanisch gesungen. So nahm Lucia eben an, daß du in einer Sprache gesungen hast, die du verstehst, und daß du für einige dir bekannte Menschen gebetet hast."

Clara hatte durch die Kraft des Heiligen Geistes in Zungen gebetet und gesungen.

Paulus schrieb:

„Denn wenn ich in Zungen bete, betet mein Geist; aber was ich im Sinn habe, bleibt ohne Frucht" 1. KORINTHER 14:14.

Er schrieb auch:

„Desgleichen hilft auch der Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, was des Geistes Sinnen sei; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt" RÖMER 8:26-27.

Diapositive

Eine andere Frau in der Dienstagsgebetsgruppe beschrieb eine ungewöhnliche Erfahrung, die ihr der Herr zu einer anderen Gelegenheit gab.

Dorothy Watson betete oft in Zungen, genauso wie in ihrer Muttersprache Englisch. Eines Tages wurde sie neugierig und bat den Herrn, ihr zu sagen, was sie zu Ihm spräche, während sie in Zungen betete. Der Herr antwortete, indem Er ihr eine Serie von geistigen Bildern gab, nicht unähnlich farbigen, auf einen Schirm projizierten Dias.

Sie sah zuerst ein Gesicht, dann ein anderes, in einer fortlaufenden Reihenfolge, solange sie fortfuhr, in einer ihr unbekannten Sprache zu beten. Einige der Gesichter waren diejenigen von Menschen aus ihrer Bekanntschaft. Einige waren ihr völlig unbekannt, in der Tat, die Gesichter waren von anderen Nationalitäten, anderen Rassen, anderen Kulturen. Doch als jedes Gesicht vor ihrem Geist auftauchte, wußte Dorothy, daß sie sich durch die Hilfe des Heiligen Geistes für diese Person verwendete. Diese Erfahrung machte Dorothy nur einmal. Sie erfreute sie, und sie erwartete nicht, daß es sich wiederholen sollte.

Von der anderen Seite der Welt kam vor kurzem ein anderes Zeugnis über eine „geistgegebene" Sprache, dem Sprecher unbekannt, doch von einem Mitglied der Versammlung verstanden. Es betrifft Sam Sasser, einen Missionar auf den Marshallinseln. Er besuchte eine Kirche in Tauranga, Neuseeland. Er erzählte, was an diesem Abend geschah:

„Nach etwa 20 Minuten Anbetung und Verehrung des Herrn im Gottesdienst nahm einer der Kirchenältesten eine merkwürdige Stellung ein, indem er sich in stehender Position von der Taille ab tief nach vorne beugte. Er begann, in Zungen zu singen, und ich war sofort in völliger Aufmerksamkeit gefangen, denn die Sprache, in der er sang, war sehr klarer Ratak Chain-Dialekt der Marshallinseln. Als er geendet hatte, hörte er sofort auf und begann zu weinen. Um ehrlich zu sein, denke ich, er war ein wenig verwirrt, da beides, sein körperliches Handeln und der singende Ausdruck in der sprachlichen Gabe in einer Weise geschah, die ihm in ihrer Ausdrucksart völlig neu war.

Die Leute standen ruhig, und nur sein tiefes Schluchzen war im Gottesdienst zu hören. Obwohl ich über elf Jahre mit der Sprache, die verwendet worden war, gearbeitet hatte und mir deutlich bewußt war, was gesprochen worden war, hielt ich mich unter einem Zwang des Geistes zurück und sagte nichts.

Der Pastor erreichte die Kanzel, und unter einer sehr deutlichen Salbung des Geistes wandte er sich an die versammelten Gottesdienstbesucher. „Freunde", sagte er, „was wir gerade gehört haben, ist ein Siegeslied von irgendwo in den pazifischen Inseln, und der Herr möchte uns wissen lassen, daß Er unser Sieger ist und daß wir durch Sein vergossenes Blut das Land einnehmen und halten sollen."

Als ich die Auslegung hörte, war ich tief im Geist bewegt. Was der Pastor gesagt hatte, stand in jeder Hinsicht mit der dargebrachten Botschaft in Übereinstimmung.

Zunächst war die Bewegung des Beugens von der Taille ab während einer stehenden Position eine physische Manifestation, die, wie ich mich erinnern kann, oftmals auf den Marshallinseln seitens eines älteren Pastors mit Namen Batunga stattfand. Die Botschaft in Zungen war in der Tat gerade das -- ein Siegeslied. Es war ein Siegeslied, in dem der Schlüsselsatz „Moris-in-quoj" wiederholt verwendet wird und das unter ihren älteren Menschen gut bekannt ist. Es ist ein Spruch, der für Land oder Eigentum verwendet wird, das einer Familie als Ergebnis eines tapferen Kriegers gegeben wurde, der sein Blut während eines Kampfes vergossen hat.

Ich ging zur Kanzel, um die Einsicht und Auslegung des Pastors zu bekräftigen, und die ganze Versammlung erfuhr die erfrischende Anwesenheit des Herrn."

Letztes Jahr wirkte der Psychologe H. Newton Maloney an einem Bericht „Das Sprechen in Zungen" mit, der für das theologische Seminar Fuller angefertigt wurde. Er sagte, es müsse als eine gültige Form religiösen Ausdrucks verstanden werden und nicht als ein psychopathologisches Symptom.

Selbstverständlich ist das Beten in Zungen durch die Kraft des Heiligen Geistes ein wahrhaftiger religiöser Ausdruck. Er ist durch beides bezeugt, durch das Neue Testament und durch Erfahrungen von zahllosen Gläubigen unserer Zeit.

Diejenigen, die in Zungen beten, beanspruchen nicht, eine bestimmte auserlesene Art von geistlichen Menschen zu sein. Sie sind bloß ganz einfache Christen, die den Heiligen Geist durch sie beten lassen, in der Art, die Er wählt. Sie sehen das Beten in Zungen als ein Vorrecht von jemandem an, der wünscht, vom Heiligen Geist im Amt der Fürbitte benutzt zu werden. Und sie möchten dir von der Freude der Segnung Gottes berichten, die sie bekommen, während sie dies tun. Fürbitte wird eine freudige Mischung.

Wie Paulus erklärte:

„Ich will beten im Geist - (durch den Heiligen Geist, der in mir ist) - und will auch mit meinem Geist und Verstand (verständlich) beten" 1. KORINTHER 14:15, aus der Amplified Bibel.

Während des letzten Jahrzehnts ist der Ausdruck „Gebetssprache" in den allgemeinen Gebrauch gekommen, um den Aspekt des Sprechens in Zungen zu beschreiben. Der Ausdruck mag neu sein, doch die Erfahrung ist so alt wie das Neue Testament:

„... erbauet (gründet) euch auf euren allerheiligsten Glauben, (macht Fortschritte, wächst wie ein Gebäude höher und höher) betet im heiligen Geist" JUDAS 20, aus der Amplified Bibel.

Pastor Caldwell, Glad Tidings Assembly, Springfield, Missouri, U.S.A.
Quelle: Redemption Tidings