Bibelstudium: Ist die Bibel wirklich historisch?

Die moderne Bibelforschung hat oft die geschichtliche Authentizität der Schrift in Frage gestellt. Dies wiederum beeinflußt die Art und Weise, in der die Bibel im Unterricht gehandhabt wird - besonders an öffentlichen Schulen. Während Geschichte ein anerkanntes Studienfach ist, wird die Bibel für alles andere als geschichtlich gehalten. Daher sei sie auch nicht als tatsächliche Geschichte zum Studium geeignet. Einige Lehrer machen sogar Studenten lächerlich, die die Bibel als Geschichte ansehen.

Viele Leute, die sich für Experten halten, haben angefangen zu sagen, daß die Bibel die Geschichte nicht so widergäbe, daß wir sie als "wahre" Geschichte betrachten könnten. Daraus folgt, daß nicht nur die öffentlichen Bildungsstätten, sondern auch viele in der Kirche die Bibel als zuverlässige Geschichtsquelle ablehnen. Es gibt jedoch kleine Widerstandsgruppen, in denen die Bibel noch wirklich studiert wird. Wenn du zu einer solchen Kirche gehörst, wo du dich wirklich damit befaßt, dann preise Gott dafür.

Doch vielerorts hat das Studium der Schrift ihrer Manipulation Platz gemacht. Die Leute vergessen die Geschichte, die Helden und die Ereignisse, die viele als Kinder kennengelernt haben. Stattdessen lesen sie einen Vers hier, einen Vers dort und versuchen, die "wahre", die "geistliche" Bedeutung der Bibel zu finden.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Ablehnung der Bibel als Geschichtsquelle durch die moderne Kirche und der Lächerlichkeit, welcher bibelgläubige Studenten von einigen Pädagogen preisgegeben werden. Von denjenigen, die dem Christentum feindlich gegenüber stehen, hört man oft: "Du glaubst das, was die Bibel über die Schöpfung sagt? Selbst die Kirchen glauben nicht daran!" Aber laßt uns jetzt die Schrift selbst fragen, ob sie geschichtlich ist.

Laut der Young's Konkordanz (für die King James-Version) und der Strong's Konkordanz (für die New American Standard Bible), verwendet die Bibel nie das Wort Geschichte. Das Wort mag fehlen, aber seine Bedeutung ist auf andere Art wiedergegeben. Die Bibel verwendet Ausdrücke wie "Bericht", "Chronik" und "Erzählung". Sie wollen dasselbe ausdrücken, was wir mit "Geschichte" meinen.

Prüfe die folgenden Verweise: Welches Wort wird in den einzelnen Passagen gebraucht, um einen historischen Bericht oder eine Erzählung wiederzugeben? Läßt der Gebrauch im Text es erforderlich werden oder darauf schließen, daß die Bibel Geschichte wiedergibt? Prüfe: NEHEMIA 7:5, HABAKUK 2:2, ESTHER 6:1 (schau die Bedeutung des Wortes "Chronik" nach), 1. CHRONIK 29:29, 1. KÖNIGE 9:15, 1. CHRONIK 27:24. Beachte, daß z.B. in NEHEMIA 7:5 die Idee, etwas aufzuzeichnen, besprochen wird, und der Rest des Kapitels ist dann die eigentliche Aufzeichnung. Suche nach Hinweisen im Zusammenhang dieser Verse.

Die folgenden Passagen beziehen sich auf Berichte, nämlich: 1. CHRONIK 4:22, 2. CHRONIK 33:18. Deutet die Wortwahl darauf hin, daß es sich bei diesen Aufzeichnungen hier in der Schrift um eine genaue geschichtliche Wiedergabe handelt, oder bedeutet sie etwas anderes? Prüfe jetzt auch 4. MOSE 33:2, 1. CHRONIK 4:41, 1. CHRONIK 24:6, ESTHER 9:20. Diese Schriften sprechen über Ereignisse, die aufgezeichnet wurden. Handelt es sich hierbei also um geschichtliche Aufzeichnungen?

In mehr als 30 Versen wird die Redewendung "von alters her" benutzt, um über Ereignisse zu sprechen, die in der Bibel wiedergegeben werden. Offensichtlich waren in diesen Texten die Dinge, Menschen und Ereignisse "von alters her", über die sie sprechen, tatsächliche geschichtliche Ereignisse (siehe PSALM 78:2 und JESAJA 45:21). Einige dieser Zitate finden sich in den Verheißungen, die Gott durch die Propheten gesprochen hat, andere finden sich in neutestamentlichen Zitaten unseres Herrn Jesus Christus. Zweifellos hält Gott sein Wort für geschichtlich zuverlässig. Unter den ca. 30 Textpassagen befindet sich auch HEBRÄER 11:2. HEBRÄER 11 ist das Geschichtskapitel des Hebräerbriefes. Lies es schnell durch und entscheide selbst - verstand der Autor selbst die Schrift als geschichtlich zuverlässig?

Derselbe schriftliche Beweis kann dem Neuen Testament entnommen werden. Lies die folgenden Zitate und überlege, ob der Autor beabsichtigte, Geschichte niederzuschreiben. Erwartest du geschichtliche Aufzeichnungen in diesen Texten? MARKUS 1:1; ist dies Geschichte? LUKAS 1:1-4; was sagt Lukas über sein Ziel? JOHANNES 20:30-31; zeigt dies, daß Johannes beabsichtigte, "wahre Geschichte" wiederzugeben? APOSTELGESCHICHTE 1:1-3, APOSTELGESCHICHTE 28:30-31, RÖMER 1:2.

Gott beabsichtigte eindeutig, Geschichte zu überliefern - tatsächliche Begebenheiten, wirkliche Menschen. Niemand würde bezweifeln, daß Gott uns viel mehr geben wollte als bloße Geschichte, aber daß Er uns Geschichte geben wollte, zeigt der Text ganz klar. Wir können das Evangelium nicht verstehen, wenn wir die Bibel nicht als Geschichte selbst verstehen. Wenn die Schriften nicht ausdrücklich geschichtlich wären, wie könnten wir wissen, ob Christus wirklich vorhergesagt wurde, ob Jesus wirklich der Sohn Gottes war oder ob er wirklich für uns starb - und daß dieser Tod wirkliche Bedeutung und Hoffnung für uns beinhaltet? Diskutiert diese Frage: Was würden wir wirklich wissen ohne zuverlässige Geschichte?

Der Autor der Psalmen sagt: "Dein Wort ist die Wahrheit." Wenn dasselbe Wort Ereignisse wiedergibt, kann es dann nicht Wahrheit und Geschichte zugleich sein? Kann uns Gottes Wort anlügen? Wenn die Schrift Gottes Wort ist (und sie ist es!!), kann unser perfekter Gott irren - selbst in geschichtlichen Dingen?

Biblische Archäologie muß von der Annahme ausgehen, daß die Bibel wirkliche Geschichte darstellt. Ist das eine deiner Überlegung nach faire Annahme? Schließe nun mit einem Gebet, danke Gott für das zuverlässige Zeugnis Seines Heils, Seiner Gnade und Liebe und singe "O God, Our Help in Ages Past".

r.d.f und p.a.b.

Quelle: Bible-Science Newsletter, November 1987