Bibelstudium: Gott schuf die Welt vollendet

Die Grundlagen der Evolution beinhalten die Vorstellung, daß die Welt immer weiter voranschreitet, besser wird, immer mehr zu dem wird, was sie sein kann oder sein sollte. Wenn die Welt aus kosmischem Staub hervorging und Leben spontan auftrat und sich in jede höhere und kompliziertere Form weiterentwickelte, dann würde diese Vorstellung zutreffen. Aber die Welt, das glauben und bekennen wir, wurde von unserem Gott erst vor ein paar tausend Jahren geschaffen. Die Schrift läßt uns verstehen, daß Gott die Welt geplant hat, daß Er sie in all ihrer Fülle und Vielfalt schuf und diese Arbeit vollendete. Auch hier widersprechen sich Schöpfung und Evolution, wie in fast allen Punkten. Diese Studie wendet sich der Bibel zu und zeigt, wie deutlich die Schrift uns sagt, daß die Welt perfekt und vollständig war, nachdem Gott sie geschaffen hatte.

Zur Abwechslung werden wir heute nicht mit der Schöpfungsgeschichte beginnen. Wir fangen an mit JOHANNES 1:1-4. Schlage diesen Abschnitt in deiner Bibel auf. Hier ist die Rede von Christus (Vers 14) als unserem Schöpfer. Achte auf den zeitlichen Rahmen, der für diese Schöpfungshandlung vorgegeben ist. Das Evangelium fängt mit genau denselben Worten an wie das 1. Buch Mose, nur in Griechisch statt in Hebräisch. "Am Anfang" bedeutet, wenn die Erzählung beginnt. Was war am Anfang? Fertige eine Liste an und vergleiche sie mit dem Folgenden.

Am Anfang war Gott da, das Wort Gottes, und alle Dinge wurden an diesem "Anfang" durch das Wort geschaffen, und nichts, was geschaffen wurde, wurde ohne Ihn geschaffen. All dies war am "Anfang". Die doppelte Erwähnung, daß Er am Anfang bei Gott war, soll uns sagen, daß all dies vom ersten Anfang der Zeit und der Schöpfung handelt. Woher können wir das ganz sicher wissen? Du findest die Antwort in HEBRÄER 11:3.

Jetzt können wir 1. MOSE 1 ansehen. Es beginnt mit denselben Worten. Schau dir als erstes kurz Vers 31 an und beachte, wie Gott die Arbeit eines jeden Tages einschätzt. Gott nennt die Arbeit eines jeden Tages "gut". Im Wissen um die genauen Ansprüche Gottes - wie gut ist "gut"?

Dann achte auf die Änderungen in Vers 31. Wie wird die ganze Schöpfung betrachtet? Was muß demnach dieses Wort im Wortschatz Gottes bedeuten?

Lies dir also jetzt sorgfältig die Verse 28 bis 30 durch. Achte auf das Wort "allen" und wie es jedesmal gebraucht wird. Sprecht über diese Frage: Konnte Gott dem Menschen die Herrschaft oder das Recht übergeben, das als Nahrung zu nehmen, was noch gar nicht da war? Bisher hieß es von jeder Art Leben, daß es unter der Herrschaft des Menschen stehen sollte, genauso wie jede Pflanze, die Samen hervorbringt und jede Pflanze, deren Früchte Samen hervorbringen, als Nahrung vorgesehen war. Sie waren alle da. Nicht jede einzelne Pflanze war gegenwärtig, aber jede Art.

Jetzt lies sorgfältig 1. MOSE 2:1-3. "So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer." Beachte, daß Himmel und Erde fertig waren. Es war nichts übrig geblieben, das einer Verbesserung bedurfte. "Mit ihrem ganzen Heer" soll alles mit einschließen, was in ihnen ist. Sie waren vollständig und perfekt, denn Gott hat sie für "sehr gut" befunden. Und was tat Gott jetzt? Er ruhte. Wovon? Von allen Werken, die Er getan hatte. Hier gibt es nirgends die Vorstellung von fortschreitender Schöpfung. Gott plante und führte das aus, was Er geplant hatte, und es wurde alles fertiggestellt und vollendet. Alle Dinge wurden geschaffen und gemacht.

Sagen diese wenigen Worte nicht eine ganze Menge aus? Beachte, daß dies das Wort Gottes ist. Und beachte auch, wie sorgfältig und wiederholt diese Worte gesetzt sind. Gott wiederholte diese Ideen so oft, damit der Mensch sie nicht für eine nachlässige Ausdrucksweise hielt. Beachte auch, daß dieser Beweis von der Schrift her weit mehr Angaben auf diesem Gebiet hat, um diese begründeten Urteile zu fällen, als die Wissenschaftler auf ihrem Gebiet haben, um die Evolutions-"Theorie" weiterzuspinnen ("Theorie" steht in Anführungsstrichen, weil sie keine wissenschaftliche Theorie darstellt, sondern einen dogmatischen Artikel eines atheistischen Glaubens).

Natürlich stellt sich dann die Frage: "Woher kommen seitdem die Veränderungen auf der Welt? Wenn die Welt komplett und perfekt geschaffen wurde, warum traten dann Veränderungen auf? Wie wollen wir das erklären?" Schau dir RÖMER 8:20-22 an. Beachte, daß die Welt der "Vergänglichkeit" unterworfen ist und sich in der "Knechtschaft des vergänglichen Wesens" befindet. Warum ist das so?

Die Welt ist dem Tod und dem vergänglichen Wesen unterworfen, weswegen sie auch seufzt, um der Sünde der Menschheit willen. Die Welt wurde fertig zum Gebrauch geschaffen, perfekt und vollständig. Dann aber hat der Mensch gesündigt. Also hat Gott die gesamte Schöpfung der Vergänglichkeit und dem Zerfall ausgeliefert, allein um des Menschen willen. Wenn die Schrift hier sagt, daß sie "ohne ihren Willen" diesem Zerfall unterworfen ist, bedeutet das, daß die Welt nichts tat, womit sie dies verdiente. Nur der Mensch hat gesündigt. Das erklärt auch, warum die Schöpfung seufzt in der Hoffnung, einmal wieder befreit zu werden, und warum die Schöpfung mit Sehnen zusammen mit uns auf das Offenbarwerden der Kindschaft wartet (das ist hier ein Bild für den Tag des Gerichts).

Lehne dich einen Augenblick zurück und denke nach: Welche Veränderungen sind das, die wir in der Welt um uns herum sehen? Achte dabei nicht auf die phantastischen Ausschweifungen derer, die sich evolutionäre Drehbücher ausdenken, sondern auf die Veränderungen, die wir tatsächlich beobachten können. Was sind das für Veränderungen? Wir sehen Erosion, das Aussterben der Arten, Mutationen und totalen Zerfall. Das sind Veränderungen zum Schlechteren, nicht zum Besseren. Das sind die zerstörerischen Folgen der Sünde und kein Fortschritt zu besseren und helleren Tagen. Wir verbrauchen die Dinge. Sie sind verloren und wir wissen nicht, wie wir sie ersetzen können.

Die Veränderungen, die wir sehen, sind nichts anderes als ein Verfall der Perfektion und Vollständigkeit der Welt. Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik führt zur Zersetzung der Ordnung und der Energie, die wir um uns herum sehen. Die Welt schreitet nicht voran, außer auf ihr Ende und ihren Tod zu (wenn der Herr nicht vor diesem Tag zurückkommt).

Wir sehen Fortschritte auf dem technischen Gebiet: Gebäude werden gebaut, neue Spezialzüchtungen, neue Pflanzen und kultivierte Kreuzungen. Aber diese Veränderungen werden aus dem hervorgebracht, was schon da ist, und zwar durch den Menschen, der seinen kreativen Drang behielt, den er von Gott bekam, als Er ihn nach Seinem Bilde schuf. Wir sehen wenig Sinn darin, auf diesen wenig (wenn überhaupt) wahren Fortschritt in der natürlichen Ordnung der Dinge zu hoffen. Nein, Gott machte die Welt vollendet und perfekt, und die Veränderungen, die wir sehen, sind die schädlichen Folgen der Sünde.

Beende diese Studie mit einem Gebet, daß Gott unsere Welt bewahre, und der Buße für unsere Sünde, die zum Verfall Seiner vollkommenen Schöpfung beiträgt. Schließe mit einer Bekenntnishymne, z.B. "Alas, My God, My Sins Are Great".

r.d.f

Bibliographie

  • Robert E.D. Clark, The Universe: Plan or Accident?, Grand Rapids: Zondervan (1961).
  • Norman Geisler, A Scientific Basis for Creation: The Principle of Uniformity, in Creation/Evolution, Vol. 4, No. 3, Summer Issue XIII.
  • L.E. Orgel, The Origins of Life, NY: John Wiley and Sons (1973).
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  • A.E. Wilder-Smith, The Creation of Life, Wheaton, IL: Harold Shaw Publishers (1970). ($7.95).
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Quelle: "Bible Science Newsletter", Juli 1986