Beim Untergang der Titanic

Das folgende Erlebnis zeigt, daß man sich stets auf die Prinzipien Gottes verlassen soll.

Während die Titanic unterging und während der gesamten Zeit, in der ich bei den Booten arbeitete, hielt ich an der Wahrheit fest und vertrieb dadurch jegliche Angst. Ich befand mich auf Backbord, wo alle Boote ohne Schwierigkeiten abgelassen worden waren, und das letzte, ein zusammenklappbares mit flachem Boden, trieb gerade vom Deck weg.

Ich rief Männer, die zu mir auf das Dach der Offizierskabinen hochkommen sollten, um das letzte Boot treiben zu lassen. Wir hatten keine Zeit, es zu öffnen und ließen es deshalb nur auf das Deck hinunter.

Ich rannte über das Deck und konnte erkennen, daß alle wesentlichen Arbeiten beendet waren und so lief ich von dort aus, wo ich mich befand, über die Brücke, ins Wasser. Das plötzliche Eintauchen in dieses schneidend kalte Wasser lähmte für einige Sekunden jeden Gedanken und ich griff blindlings nach dem Ausguck auf dem Fockmast, der zu diesem Zeitpunkt gerade noch über Wasser war. Ich merkte, wie ich mit großer Kraft gegen das Gitter gedrückt wurde, das die Öffnung des riesigen Vorwärtsgebläses bedeckte. In dieser Position ging ich mit dem Schiff unter Wasser.

Niemals bekam ich einen Zweifel über die Fähigkeit göttlicher Kraft, mich zu retten.

Diese Worte aus dem 91. Psalm kamen mir sehr deutlich in den Sinn: "Denn er hat seinen Engeln befohlen, daß sie dich behüten..." Sofort, glaube ich, wurde ich vom Gebläse weggeschleudert, tauchte auf und fand ein Stück Holz, das anscheinend durch einen Draht mit der Spitze des Schornsteins verbunden war. Ich ging ein zweites Mal unter und kam wieder an die Oberfläche. Mein Stück Holz war weg, aber an meiner Seite fand ich das zusammenklappbare Boot mit dem flachen Boden, das ich auf der anderen Seite des Schiffes hinuntergeworfen hatte. Ich klammerte mich daran fest, versuchte aber nicht einzusteigen.

Es war mir klar, daß es eine göttlich Kraft gab, und es schien völlig normal, mich mit dem geistlichen Verständnis, von dem die Bibel spricht, darauf zu verlassen. Beim Untergang eines so großen Schiffes wie der Titanic war auch die Gefahr des Soges zu überwinden, und zu diesem Zeitpunkt fiel der vordere Schornstein um und schleuderte das Boot, mich und andere Überlebende ungefähr sieben Meter vom Schiff weg, so daß wir keinerlei Sog spürten.

Ungefähr dreißig von uns trieben die restliche Nacht auf dem umgedrehten Boot. Bei Tagesanbruch fanden wir zwei Rettungsboote, die nahe an uns vorbeitrieben, in die wir aufgenommen wurden.

Das Untertauchen hatte keine negativen Folgen oder Auswirkungen, und obwohl viele sich überrascht darüber zeigten, beweist dies nur, daß "mit Gott alle Dinge möglich sind."

(Quelle: Artikel von Leut. C.H. Lightoller, RNR, Zweiter Offizier auf der Titanic, im Christian Science Journal, Oktober 1912)


Ich war ein Passagier auf dem Dampfschiff Titanic. Beim ersten Anzeichen von Gefahr, nach der Kollision, las ich den einundneunzigsten Psalm dreimal sorgfältig durch. Danach war ich dazu fähig, ruhig an der Stelle, an die ich mich zu Beginn begeben hatte, auf Steuerbord, zu verharren und dabei zuzusehen, wie sich die Boote mit Frauen und Kindern füllten und in die Dunkelheit wegruderten. Währenddessen verbreitete sich unter den Männern auf dem Oberdeck ein Gerücht, daß sie auf Backbord mitgenommen werden würden, und obwohl dies nicht von offizieller Seite kam, folgte ihm fast jeder. Aber es schien mehr in Einklang mit dem geistlichen Sinn des einundneunzigsten Psalms "Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin" zu sein, die Masse zu meiden und ruhig auf Steuerbord zu verharren, bis sich eine Gelegenheit zur Flucht bot.

Ein wenig später wurde auf dem unteren Deck wiederholt nach Frauen gerufen, und als ich über den Rand des Oberdecks hinunterblickte, sah ich ein fast volles Rettungsboot. Ein Mitglied der Crew versicherte sich darüber, ob sich auf dem Oberdeck noch Frauen befänden, als er mich sah, und als er erfuhr daß sie alle hinuntergeschickt worden waren, ließ er mich einsteigen.

Nach einigen Stunden, die wir in der Dunkelheit umhertrieben, erreichten wir sicher die Carpathia, wo alle Passagiere in bester Gesundheit und ohne weitere Zwischenfälle ankamen.

Jegliche Kenntnis der einschlägigen Gesetze der Naturwissenschaft war nutzlos während meiner Flucht von der Titanic. Ich hätte mich niemals hilfesuchend an sie gewandt in einer derartigen Gefahrensituation, aber es war eine ziemlich natürliche und fast unbewußte Reaktion, Zuflucht in der Bibel und in der Anwendbarkeit göttlicher Gesetze für die Menschheit, die in jeder denkbaren Situation zutreffen, zu suchen.

(Quelle: Artikel von Lawrence Beesley, Absolvent der Cambridge University in Wissenschaft, In Christian Science Sentinel, 13.Dezember 1913).
Entnommen aus dem HQL-9844, S.19

 

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