Befugnis der Königin zu unrecht erteilt

Die Königin verraten

Diese Ansprache wurde ursprünglich auf dem 54. jährlichen Kongreß der Britisch Israel Weltföderation in Sheffield am 29. September 1973 gehalten und ist Anfang 1974 in "The National Message", erschienen. Am Abend des 27. November 1975 wurde Ross Mc Whirter von zwei bewaffneten IRA-Männern brutal niedergeschossen und getötet.

Der Titel "Befugnis zu unrecht erteilt" (deceived in her grants) ist offensichtlich schwer greifbar und soll es auch sein, obwohl er einfach erklärt werden kann. Die Grundregel des Gesetzes ist, daß die "Königin nichts Unrechtes tun kann". Wenn nun die Krone eine illegale Tat begeht - und die Krone handelt natürlich nach dem Rat der Minister - dann muß anscheinend, da die Königin nichts Unrechtes tun kann, ein Widerspruch, beziehungsweise eine Sackgasse, beseitigt werden. Deshalb benutzen Juristen den Ausdruck, daß die Königin "darin getäuscht wurde, ihre Befugnis zu erteilen", durch die Bewilligung, die sie erteilt hatte, oder was für ein Vorrecht auch immer den Anlaß für die illegale Handlungsweise gab. Mein Einwand ist, daß viel in der Regierung in den vergangenen Jahren passiert ist, was dahingehend illegal war, daß es der Verfassung dieses Landes widersprach. Die schwerste dieser Gesetzeswidrigkeiten erreichte ihren Höhepunkt in der Ratifizierung des Beitrittes zum Vertrag von Rom. In diesem Augenblick verlor dieses Land ein sehr bedeutendes Stück seiner Unabhängigkeit, und ich hoffe Ihnen zeigen zu können, daß dies durch eine Reihe gesetzwidriger Taten zustande gekommen ist, und daß der Teil, den die Königin dazu beigetragen hat, zweifellos ein Beispiel dafür ist, daß sie "darin getäuscht wurde, ihre Befugnis zu erteilen“.

"Kein Unrecht" - ein gesunder Grundsatz

Ich möchte zuerst einmal klären, daß ich ohne Zweifel das rechtliche Konzept, daß die "Königin nichts Unrechtes tun kann" vollkommen unterstütze. Ich denke, daß es zuträglich und richtig ist, daß das Gesetz so sein sollte. Ich denke auch, daß es akzeptabel ist und dem gesunden Menschenverstand entspricht. Nach unserer Verfassung wäre es unter keinen Umständen möglich, die Staatshoheit anzuzweifeln. Und das ist richtig, weil unser Herrscher durch die Krönung der direkte Vertreter auf Erden von der Macht ist, die ihm als einzige übergeordnet ist. Das ist die Grundlage für die Krönung und die Quelle aller politischen Macht. Was allerdings passiert ist, ist, daß die Verhältnisse durch "zwischenzeitlich aktive Politiker" verdreht wurden. Mein Einwand besteht darin, daß hier vom moralischen und praktischen Standpunkt aus gesehen Unrecht begangen wird und das Vergehen völlig entgegen dem gesunden Menschenverstand ist. In Wirklichkeit ist es eine sich selbst zerstörende Politik.

Diejenigen, die ein Auge auf unsere vergangene Geschichte haben, wissen, daß wir schon dunkle Zeiten durchlebt und überstanden haben. Es ist Teil einer besonderen britischen Fähigkeit, in Zeiten des Elends aufzublühen. In solchen Zeiten wird unser wirklicher Vorzug und vielleicht auch der Grund dafür deutlich, warum die britisch-israelitische Überzeugung, sehr wahr ist, daß es unsere Aufgabe ist, die Völker in den Frieden zu leiten. Ich stimme dieser Ansicht völlig zu und denke genauso, weil ein Studium der Geschichte und des Gesetzes meiner Meinung nach diese Tatsache einfach bestätigt. Kein anderes Land auf der Erde hat so viel zum Wohl der Zivilisation beigetragen. Es ist in meinen Augen unsere Pflicht, daß wir dieses Werk fortsetzen, weil es wegen der vielen verschiedenen Formen dämonischer Aktivitäten in der Welt so sehr gebraucht wird.

Die große Wohltätigkeit

Um auf den Punkt zurückzukommen, daß sie "in ihren Bewilligungen betrogen" wurde, würde ich gerne die Abgabe der Herrschaft über dieses Land anhand von Beispielen behandeln. Warum es illegal war und was fachlich gesehen getan werden könnte, um es zu korrigieren, damit wir weiter mit der Arbeit, die unsere Berufung ist, fortfahren können.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Europa in einem sehr geschwächten Zustand. Es wurde zum Empfänger der größten Freigebigkeiten in der Weltgeschichte. Die Wohltäter erhielten ein dürftiges, uns völlig unzureichend erscheinendes Lob, insbesondere Marshallhilfe, als die Vereinigten Staaten ihr Vermögen in Bargeld und in Gütern ausschütteten, um ganze Länder in Europa im materiellen Sinne wieder auf ihre Füße zu stellen. Unter diesen Umständen hielt der europäische Kontinent offensichtlich nach einer neuen Ordnung und nach einer Einheit in verschiedenen Regierungsbereichen Ausschau. Eine ganze Reihe von Organisationen mit langen und ziemlich langweiligen Initialen wurden in den frühen 50er Jahren gegründet. Schließlich wurde 1958 als ein Ergebnis des Vertrages von Rom die wichtigste dieser Körperschaften als die "EWG" (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) bekannt.

Man sollte sich daran erinnern, daß damals nur sechs Länder darin einbezogen waren, wovon drei, nämlich die Niederlande, Belgien und Luxemburg, sehr klein waren. Doch waren da auch die drei großen Nationen Frankreich, Westdeutschland und Italien. So war sie vergleichbar mit einem sechsrädrigem Wagen mit drei winzigen Rädern auf der einen und drei großen auf der anderen Seite.

"Der Vertrag von Rom ist ... unserem allgemein üblichen Gewohnheitsrecht gänzlich fremd."

In bezug auf die Fläche stellte sie einen ziemlich kleinen Teil Europas dar. Ich glaube, daß - wenn man den europäischen Teil Rußlands mit einbezieht - das damalige Gebiet der EWG zu jener Zeit etwas weniger als ein Achtel betrug.

Wie es begann

Wenn wir nun über "den Beitritt zu Europa" reden, sollten wir unsere Augen offen halten und sagen, daß wir in einen winzigen Teil Europas eintreten. Das offizielle Dokument des Verbandes, der die EWG ins Leben rief, wurde der Vertrag von Rom genannt. Er wurde am 25. März 1957 von sechs Staatsoberhäuptern, drei Monarchen und drei Präsidenten, den Präsidenten Italiens, Frankreichs und Westdeutschlands und dem König von Belgien, der Königin der Niederlande und dem Großherzog von Luxemburg unterzeichnet. Das Dokument wurde von diesen Ländern formuliert, um für ihr eigenes Wohl zu sorgen und um ihren nationalen Bestrebungen zu entsprechen. Es wurde auf der Grundlage eines römisch-niederländischen Rechtssystems (römisches Gesetz) entworfen. Großbritannien ist indessen ein Land des Gewohnheitsrechts. Der Vertrag von Rom ist in keinster Weise ein Entwurf nach dem Gewohnheitsrecht. Rechtlich ist er unserem sowie dem der 26 Grafschaften der Republik Irland allgemein üblichen Gewohnheitsrecht gänzlich fremd. Es war deshalb vielleicht berechtigt zu erwarten, daß wir gewisse Änderungen verlangen würden, wenn wir einem solchen Vertrag beitreten würden.

Tatsache ist, daß wir 1972 das Abkommen ratifizierten und den Eintritt in den Vertrag von Rom suchten, ohne daß ein Punkt oder Komma geändert wurde. Außer daß nun der Name unseres Landes in der neuen Präambel enthalten ist, bleibt der Vertrag von Rom völlig unverändert und zeigt weder etwas von den verfassungsmäßigen Erfahrungen dieses Landes, noch drückt er unsere nationalen Bestrebungen als Insel, als eine seefahrende und kaufmännische Rasse aus, welche ihren Blick aufs Meer und auf die Verwandten richtete, die sich über den ganzen Erdball in Neuseeland, Australien, Südafrika, Rhodesien (Zimbabwe), Kanada und an vielen anderen Orten verteilt haben. Die Menschen scheinen zu vergessen, daß wir immer noch dreißig Kronkolonien besitzen. Verschiedene Politiker der beiden großen Parteien waren der Auffassung, daß es materielle Vorteile geben würde, wenn man Europa beiträte. Dementsprechend entschieden sie sich, dieses Ziel mit allen denkbaren Mitteln zu verfolgen, ohne einen Versuch zu unternehmen, sich das Einverständnis des Volkes zu einem solchen Schritt zu verschaffen.

Der Souveränität beraubt

Es ist logisch, daß es nicht einfach sein sollte und nicht einfach sein kann, eine alte und große Nation ihrer Souveränität zu berauben. Es wird anerkannt, daß ein Abschnitt des Vertrages verlangt, daß die Institutionen der Gemeinschaft vor allen nationalen Institutionen Vorrang haben. Mit anderen Worten, was das Europäische Parlament entscheidet, was die Europäische Kommission - ein riesiger bürokratischer Bienenstock - entscheidet, was die Europäischen Gerichte entscheiden - alles hat Vorrang vor dem, was sie unser "kommunales Gesetz" - das ist unser Gesetz - nennen, welches durch unsere eigenen gewählten Abgeordneten formuliert wurde und Teil des Vertrages zwischen den Herrschern und dem Volk ist. Hier haben wir nun die Situation, in welcher wir freiwillig unsere Souveränität weggegeben haben, ohne daß zu irgend einem Zeitpunkt das Volk dieses Landes zu dieser Angelegenheit effektiv zu Rate gezogen wurde. Diejenigen, die eine gegenteilige Ansicht vertreten, legen Wert darauf, daß das Parlament seine Zustimmung zum Gesetzentwurf der Europäischen Gemeinschaft in drei Lesungen gab und daß das Parlament aus unseren gewählten Vertretern besteht und somit: "worüber beschwere ich mich?" Ich klage an, daß der sogenannte Beitritt zu Europa illegal war und ist.

Wir traten Europa bei - interessant ist, wer den Anstoß dazu gab. Sie erinnern sich, daß es eigentlich drei Versuche gab, Europa beizutreten. Sie wurden aber alle durch das Veto von General de Gaulle abgewiesen. Ein Versuch wurde unter der Regierung der Konservativen unternommen, wobei Mr. Heath als Hauptverhandlungsführer monatelang zweimal die Woche nach Brüssel und zurück flog. Er scheiterte, als de Gaulle dagegen stimmte. Der nächste Versuch startete unter den Labouristen. Beide großen Parteien hatten dabei ihre Hände im Spiel, doch auch diesmal schlug er durch de Gaulles Veto fehl. Der dritte Versuch war zur Zeit der Parlamentswahlen 1970, als sich die Wilson-Regierung in ihrer zweiten Regierungsperiode befand, nachdem sie 1966 wiedergewählt wurde. Die Parlamentswahlen 1970 fanden im Juni statt, und genau zu der Zeit wurde der dritte Versuch, Europa beizutreten, von der Wilson-Regierung unternommen. Die Heath-Regierung (und ich zitiere) "nahm die Karten auf". Das sind die Worte, oder wie einige sagen würden, eine Verschwörung zwischen den großen Parteien, um diese Angelegenheit durchzudrücken.

Eine fixe Idee

Die Verhandlungen zum gemeinsamen Markt schritten von da an mit beachtlicher Geschwindigkeit voran. Mit Mr. Heath wurde es zu einer fixen Idee, und es wurde mit Hartnäckigkeit darauf geachtet, daß die Verhandlungen erfolgreich waren. Sie behandelten, wie ich bereits angedeutet habe, mit keinem Wort den Vertrag von Rom. Sie befaßten sich nur mit den vorübergehenden Beitrittsbestimmungen. Und die Öffentlichkeit wurde betrogen - sie dachte tatsächlich, daß wir über die Bedingungen, unter denen wir beitreten, und über die grundlegenden verfassungsmäßigen Ansichten verhandeln. Es wurde aber nichts dergleichen in den Verhandlungen besprochen. 1971 sollte durch das Unterhaus eine sogenannte "Grundsatzentscheidung" stattfinden. Sie werden sich erinnern, daß am 28. Oktober 1971 eine Mehrheit (ich glaube, die Zahl betrug 112) im Unterhaus für den Beitritt war. Nichts von den Geschehnissen paßte zu dem, was über die letzte Gelegenheit gesagt wurde, bei der dem Volk die Möglichkeit gegeben werden sollte, darüber abzustimmen.

Die Aufgabe der Regierung war: "Wir sind dazu verpflichtet, über Beitrittsfristen zu verhandeln, nicht mehr und nicht weniger." In anderen Worten heißt das, es ging bei dieser Möglichkeit für die Bevölkerung nicht darum, darüber zu sprechen, ob man wirklich beitreten und den Vertrag ratifizieren sollte. Das kam erst heraus, nachdem wir der Regierung ein fünfjähriges Mandat gegeben hatten. Auf diese Weise fand ein elementarer Betrug statt mit dem berühmten Ausspruch: "Wir würden ohne die rückhaltlose Zustimmung des Volkes und der Parlamente (Parlamente in der Mehrzahl bedeutet die Parlamente der anderen Länder) nicht Europa beitreten". Die Möglichkeit für die rückhaltlose Zustimmung oder Ablehnung wurde nicht gegeben. Meine Prognose lautet, daß - wenn die Wähler völlig begreifen, was geschehen ist, die Verantwortlichen einer besonderen Bestrafung dafür unterzogen werden, daß sie die britische Wählerschaft elementar, grundsätzlich und verfassungsmäßig betrogen haben und ich spreche als einer, der in den 60ern ein Parlamentskandidat der Konservativen war.

"Unseren verfassungsmäßigen Erfordernissen wurde in dieser Angelegenheit bisher niemals nachgekommen".

Wir haben die Situation gesehen, als das Parlament 1971 seine Grundsatzentscheidung gab. Beachten Sie, daß das Parlament kein Gesetz verabschiedete; es verfaßte lediglich eine Resolution. Resolutionen des Parlaments besitzen eigentlich nicht die Gültigkeit eines Gesetzes. Das Parlament kann beschließen, daß der Mond rosa oder die Sonne ein Viereck ist - es kann beschließen, was es will; es hat keine Gesetzeskraft, sondern bleibt nichts als eine Resolution. Das einzige, woraus ein Gesetz in diesem Land entsteht, ist ein Gesetzesentwurf, der nach drei Lesungen in beiden Häusern des Parlaments von der Mehrheit in ein Gesetz umgewandelt wird. Dies ist ein rein beratendes Verfahren. Die verfassungsmäßige Hauptsache ist die Zustimmung des Monarchen. Das ist der einzige Weg, wodurch ein Gesetz erlassen werden kann. Somit gab es kein Gesetz zu dieser Angelegenheit.

Ein gewundener Weg

Dann geschah, was ich das "Klicken des Sperrades" nenne - ein Sperrad ist ein gezahntes Rad mit einem Keil, der dazu da ist, daß sich das Rad nicht in eine andere Richtung bewegt und der klickt, wenn sich das Rad bewegt. Das Klicken waren in diesem Fall vor allem die Verhandlungen zu den Bedingungen, über die wir getäuscht wurden. Dann kam die Grundsatzerklärung des Parlaments. Als nächstes folgte der Vertragsentwurf durch die Vertragsabteilung des Außenministeriums, welche ganze Tage und Nächte hindurch mit dieser Aufgabe zubrachte. Der Entwurf mußte in sechs Sprachen sein. Ein wichtiges Kennzeichen des Vertrages, der am 22. Januar 1972 unterzeichnet wurde, war der Teil des Vorwortes, der besagt, daß die Vertragsparteien diesem Vertrag "gemäß ihren jeweiligen verfassungsmäßigen Erfordernissen" zustimmen. Wenn nun die zwangsläufige juristische Debatte beginnt (wobei ich mir sicher bin, daß dabei schlimmstenfalls unsere Beziehung zu Europa zu unserem Vorteil modifiziert wird und bestenfalls der Vertrag durch die Gesetze der Europäischen Gemeinschaft voll und ganz aufgehoben wird), werden die Vorwürfe dagegen aufkommen, und ich bin mir sicher, daß ihnen große Wichtigkeit beigemessen wird. Ich unterstelle, daß unseren verfassungsmäßigen Erfordernissen in dieser Angelegenheit bisher niemals nachgekommen wurde. Ich denke, ich muß diesen Punkt noch klarer formulieren, um zu erklären, warum ich diesen Standpunkt so energisch vertrete.

EG an John Bull: "Jetzt wird es Ihnen möglich sein, besser zu arbeiten" Das nächste "Klicken" des Sperrrades war der Entwurf des Beitrittsvertrages. Bevor dieses Land einen Vertrag unterzeichnet, ist es notwendig, daß die Unterzeichnenden von der Königin eine "Vollmacht" bekommen - dies ist ein Dokument, welches aussagt, daß jener Mann oder jene Frau durch die Nation ermächtigt wurde, diesen Vertrag im Namen des Volkes zu unterzeichnen. Das ist eine "Vollmacht", und sie muß von der Königin unterschrieben sein. Nichts davon wurde veröffentlicht. So lange sie konnte, schob die Königin diese Unterschrift hinaus, in der Hoffnung, daß vielleicht ein Erdbeben oder etwas derartiges geschehen würde. Die Vollmachten waren gerade 48 Stunden unterschrieben, als Mr. Heath, Sir Alec Douglas Home und Mr. Rippon nach Brüssel flogen, um den Beitrittsvertrag zu unterzeichnen. Den anwesenden Parteien legten sie die handschriftlich unterzeichneten Vollmachten vor. Diese wurden geprüft und für korrekt befunden, genauso wie die der anderen Unterzeichnenden, nämlich der Republik Irland und des Königreichs Dänemark. Das waren alle, denn Norwegen war so vernünftig, einen Volksentscheid durchzuführen - d. h., eigentlich verlangte es seine Verfassung. In diesem Referendum stimmten die Einwohner Norwegens für "Nein". Folglich traten also drei weitere Länder bei und vergrößerten so 1973 die Zahl von sechs auf neun. Von diesen drei neuen "Fischen" waren wir bei weitem der Größte. Im Grunde hatten wir dieselbe Größe wie die drei großen "Räder", die ich erwähnt habe. Irland und Dänemark sind zwei eher kleinere Räder, so daß wir nun vier große und fünf kleine Räder hatten - eine ziemlich ungewöhnliche Gewichtung. Und sie machten immer noch nur ein Siebtel der Fläche Europas aus. Soweit zum "Beitritt zu Europa".

Prophezeihung bei Shakespeare

Sie werden sich an den Tag erinnern, den 22. Januar 1972, als ein Tintenfaß auf Mr. Heath geworfen wurde (der Täter war jemand, der einen Streit wegen des Covent Gardens hatte), dennoch ist es diese Art von Begebenheiten, die sich einem im Gedächtnis festsetzen können. Es brachte mich dazu, mich an etwas beinahe Prophetisches zu erinnern, und ich möchte Ihnen acht Zeilen daraus vortragen: "England, verbunden mit dem siegreichen Meer, dessen felsige Küste die neidischen Belagerungen des feuchten Neptun zurückschlägt, ist nun in Schande gebunden. Mit Tintenklecksen und einem korrupten Schriftstück aus Pergament hat sich das England, welches gewohnt war, andere zu besiegen, selbst zu einer schändlichen Errungenschaft gemacht. Oh, würde der Skandal mit meinem Leben enden, wie schön wäre mein kommender Tod." (John O'Gaunt, Graf von Lancaster, in Shakespeares Richard II).

Außerordentlich prophetisch - "Tintenkleckse und korrupte Schriftstücke aus Pergament", es wiederholt sich, ist aber nicht klar in ihrer Bestimmung. Solche Dinge sind also schon in der Vergangenheit passiert. Es gibt eine Reihe sehr wissenschaftlicher Auslegungen zu dem, worüber John O'Gaunt in dieser Zeit nachgedacht hatte. Am 22. Januar 1972 traten diese drei Herren etwas ab, wozu sie gar nicht berechtigt waren, nämlich die Eigenständigkeit dieses Landes mit der Einwilligung des Volkes, Gesetze zu beschließen. Sie gaben dies alles absichtlich weg. Tausend Jahre Souveränität wurden in diesem Augenblick durch zwei Dinge abgegeben, nämlich durch den Erlaß der nötigen Gesetze des Parlaments, um all die Gesetzesänderungen zu bestätigen, durch die königliche Zustimmung zu dieser Gesetzesvorlage und dann auch durch die Ratifizierung des Vertrages. So klickte das Sperrad aus Mr. Heaths Sicht um zwei weitere Punkte vor.

Die Labour Party, die sich natürlich eine Menge Gedanken gemacht hatte - denn schließlich versuchte sie dasselbe, bis sie 1970 vom Volk abgewählt wurde - sagte, daß es zweier Gesetze bedürfe, um uns in Europa hineinzubringen. Eines wäre ein kleines Gesetz in der Verfassung und das zweite ein Gesetzentwurf mit 1000 Paragraphen - in anderen Worten, es wäre eine riesige Menge von Gesetzeserlässen, so daß jedes betroffene Gesetz (und natürlich ist praktisch jedes Gesetz durch die Weggabe der Souveränität betroffen) geändert werden müßte. Die Führer der Konservativen Partei und der Präsident des Kabinetts diskutierten das Thema. Die Juristen und ihre Berater, die Elite von Whitehall, brüteten darüber und dachten sich "ein Gesetzentwurf mit 1000 Paragraphen - das wird uns Monat für Monat nächtelang wachhalten und es gibt unendlich viele Möglichkeiten, die unser Vorhaben zerstören könnte." So wurde dieses Vorhaben aufgegeben - es gab keine Gesetzesvorlage mit 1000 Paragraphen. Offensichtlich war für sie ein kleines, kurzes Gesetz mit nur einem Paragraphen, "welches wir durch das Parlament durchprügeln können" - attraktiver.

Durchgedrückt

So entstand dann ein Gesetzentwurf mit dreizehn Paragraphen und einem sehr kurzen Aufhebungsplan, was im geringsten von Belang ist, die einzigen Gesetzesaufhebungen betreffen solche, wie das Gesetz über Filmanteile und verschiedene landwirtschaftliche Gesetze. Keines der grundlegenden Verfassungsgesetze wurde geändert oder aufgehoben. Das ist einer der Hauptfaktoren meiner Anschuldigung der Gesetzwidrigkeit. Dieses Gesetz ging durch das Parlament und, wie Sie sich erinnern werden, rettete sich die Regierung oft in letzter Sekunde, meistens durch einzelne Personen. Es ist bezeichnend, daß es niemals abgelehnt wurde, es gab nämlich grundlegende Elemente in der Opposition, die dieses Gesetz durchbringen wollten. Der Beweis dafür ist sicherlich die Mehrheit von 112 bei der Absichtserklärung. Die Labour Party richtete es zum passenden Zeitpunkt so ein, daß, egal was für eine Mehrheit nötig war, die Faktoren in der Konservativen Partei überstimmt wurden, die sich unter der Leitung von Enoch Powell das Ziel gesetzt hatten, sich dieser unverschämten Weggabe der Souveränität zu widersetzen.

Ich bin keiner von denen, die sagen, daß dieses Land unter keinen Umständen seine Souveränität abgeben könnte. Einige von Ihnen stimmen dem wahrscheinlich nicht zu, doch ich denke, daß es theoretisch möglich ist, daß es legal geschehen könnte. Es wäre so schwer (und so sollte es auch sein), daß es praktisch unmöglich durchzubringen wäre, aber ich denke, daß es theoretisch möglich ist, daß dieses Land seine Souveränität legal abgibt, natürlich vorausgesetzt, daß das Volk sich klar und deutlich dafür ausspricht. Doch würde es sehr ausführliche verfassungsmäßige Verfahren mit sich bringen, einschließlich einer Änderung des grundlegenden Verfassungsvertrages, mit dem wir seit dem Jahre 1688, "der großartigen unblutigen Revolution", als James II. nach Frankreich floh, leben. Und was dann passierte war, daß der Vertrag von diesem Zeitpunkt an aussagte, daß das Volk "zur Treue verpflichtet wäre", welches ein "persönliches Abkommen" darstellt - weil man, wenn man seine Treue bricht und eine Tat des Verrates begeht, sich der Gefahr aussetzt, am Galgen zu enden.

Der Gedanke, daß diese Treue theoretisch etwas Unpersönliches ist, ist absoluter Unsinn - es ist eine Pflicht in persona, wie zum Beispiel Lord Haw Haw herausfand und wofür er wegen Verrates hingerichtet wurde. Roger Casement war ein anderes Beispiel, für diejenigen mit einem längeren Gedächtnis. Jeder steht in einem persönlichen Abkommen der Treue mit dem Monarchen. Als Gegenleistung schwört unser Staatsoberhaupt bei seiner Krönung (nicht für irgendeine Zeitperiode, sondern für seine ganze Herrschaftszeit), uns gemäß den Gesetzen, Sitten und Gebräuchen dieses Königreiches zu regieren. Ich weise Sie darauf hin, daß die Worte "Gesetze, Sitten und Gebräuche dieses Königreiches" bei der sehr bewegenden Krönungszeremonie gesprochen werden, was vom Parlament auch gesetzlich gefordert wird - der Schwur bei der Krönung ist keine bloße Erfindung. Er ist ein Statut des Königreiches, und es wird in der Verfassung verlangt, daß die Königin diesen Krönungseid schwört. Sie verspricht damit, daß sie uns als Gegenleistung für unsere Treue gemäß den Gesetzen, den Sitten und Gebräuchen dieses Königreiches regieren wird. Und das beinhaltet keine Gesetze, die von ungewählten Abgeordneten acht anderer Staaten zusammen mit gewissen Herren, die von unserer Legislative ernannt wurden, ausgetüftelt und entworfen wurden. Selbst bei der großzügigsten Auslegung der Worte "Gesetze, Sitten und Gebräuche dieses Königreiches" kann es das nicht bedeuten. Darum, wenn man das tun möchte, muß man zuerst den gesamten Verfassungsvertrag zwischen den Regierten und den Regierenden, zwischen der Krone und dem Volk und zwischen der Königin und den Untergebenen ändern. Verträge können nur mit der Zustimmung beider Parteien geändert werden. So ist es nun erforderlich, daß das Staatsoberhaupt und die Wählerschaft zustimmen (müssen), wenn der Vertrag geändert werden soll. Der gewöhnliche Weg dafür wäre, daß es Parlamentswahlen gäbe, doch da die Situation einmalig und beispiellos ist, wäre es völlig gerechtfertigt, darüber eine Volksabstimmung durchzuführen.

Frühere Fälle von Volksabstimmungen

Nach alldem gefiel es der Regierung, eine Volksabstimmung in Ulster durchzuführen. Wir hatten in Gibraltar ein Referendum über den Beitritt zu Spanien. Wir haben in Australien häufig Volksabstimmungen durchgeführt - dort sind, wie ich meine, vierundzwanzig seit dem Gesetz des Commonwealth von Australien im Jahr 1901 gewesen. Es gibt also viele vorausgegangene Volksabstimmungen. Doch konnte der Vertrag offensichtlich nur durch Einwilligung geändert werden. So mußte es zuerst geschehen, daß die Leute durch eine Mehrheit anzeigen mußten, daß dies ihr Wunsch ist. Das nächste Hindernis würde das sehr schwierige Problem für die Königin sein, die diese Frage unter Berücksichtigung ihres Eides, den sie bei der feierlichen Krönungszeremonie vor den Abgeordneten des Volkes und vor den Augen der Welt schwor, betrachten muß. Die Königin trägt zum Zeitpunkt des Eides keine Juwelen, keine Diamanten oder etwas derartiges. Sie leistet ihren Eid vor dem Hohen Altar der Westminster Abbey. Sie schwört zu Gott, daß sie diesen Eid halten wird. Sie hat dabei einfach eine historische Verantwortung und Verpflichtung. Sie küßt die Bibel. Sie unterschreibt ihren Eid.

"Die Königin soll schwören ... daß sie uns gemäß den Gesetzen, Sitten und Gebräuche dieses Königreiches regieren wird."

Man kann sich keine ernstere Zeremonie vorstellen. Man kann darüber diskutieren, ob sie nicht das Parlament darum bitten kann, sie von ihren Eid zu befreien. Schauen wir einmal auf den Nutzen dieser Frage und nehmen wir einmal an, daß, wenn die unabhängige Wählerschaft sie von ihrem Eid befreien möchte, es auch so geschehen sollte. Ich denke aber, daß dies ein schwaches Argument in vielerlei Hinsicht ist, weil es nämlich den Effekt auf die Nachwelt nicht berücksichtigt. Doch wäre vermutlich das Gegenargument dazu, daß die unabhängige Wählerschaft dann später den anderen Weg einschlagen könnte, wenn sie das Gesetz für den Krönungseid wiedereingesetzt haben möchte. Das absolut Mindeste, was nötig wäre, um das durchzuführen, wäre die Aufhebung dieses Gesetzes, welches ein ehrwürdiges Statut und meiner Ansicht nach viel wichtiger als das Gesetz der Europäischen Gemeinschaft ist. Dies ist das Gesetz und die Gesetzesvorschriften verlangen, daß keine Rechtshandlung durchgeführt werden kann, bis der Ausführende nicht die dazugehörige Befugnis dafür vorweisen kann. Ich plädierte deshalb vor dem Revisionsgericht am 30. Juni 1972 dafür, daß die Rechtshandlung, die Vollmachten für das Unterzeichnen des Vertrages zu bewilligen - sowie das Unterzeichnen des Vertrages an sich - ungesetzliche Handlungen waren.

Es waren Vorrechtshandlungen - des königlichen Vorrechts - mit denen die Königin die Vollmachten als einen Act oder als ein Vorrecht unterzeichnete. Jede Rechtshandlung muß der Frage standhalten: "Ist es gesetzlich abgesichert, ist es eine Vorrechtshandlung, oder ist es eine Sitte?" - und eine Sitte ergibt sich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht. Eine Sitte muß erwiesenermaßen vor dem Jahr 1189 vorgekommen sein, was in diesem Fall eher theoretisch ist. Also war es eine Vorrechtshandlung - das war die Rechtfertigung - die juristische Rechtfertigung. In dem Prozeß gegen Proklamationen 1611 erhob sich einer unserer größten Richter, Sir Edward Coke, zur Zeit der göttlichen Rechte der Könige gegen James I., den damaligen König und sagte: "Ihr könnt dieses Land nicht durch Proklamationen, die Eurem Kopf entspringen, regieren ... Ihr habt nur die Macht, die Euch das Gesetz gibt, und die einzige höhere Macht darüber ist die Kraft Gottes." Der König wird also von Gott und dem Gesetz beherrscht. Das wurde 1611 beschlossen. Der tatsächliche Wortlaut war: "Der König hat keine Vorrechte bis auf die, die ihm das Gesetz zugesteht" - und das ist der klare Beweis für die Annahme, daß die Königin 1972 kein neues Vorrecht erfinden durfte, um Verträge zu machen, durch die die Unabhängigkeit dieses Landes weggegeben wird. Einige argumentieren natürlich damit, daß Verträge immer etwas Unabhängigkeit wegnehmen, doch unterscheidet sich der Vertrag von Rom aus dem Grund grundsätzlich von anderen Verträgen, an denen wir bisher beteiligt waren, weil er die Macht, Gesetze in unserem Namen zu unbekannten Themen ohne unser Wissen zu erlassen, ohne unsere Zustimmung an eine andere Autorität abgibt.

Ein einzigartiger Vertrag

Das ist der Unterschied. Und kein anderer Vertrag - Locarno, Utrecht oder irgend ein anderer - besitzt diesen besonderen Faktor. Solch ein neues Element durch Vorrechte einzuführen, ist schlicht verfassungswidrig und ungesetzlich. Zweitens wird bei der Ausübung der Vorrechtsgewalt verlangt, daß es nicht gegen die Freiheit des Volkes geht. Dafür gibt es eine hervorragende Autorität. Es wird nämlich vom Gesetz vorausgesetzt, daß die Königin ihr Vorrecht niemals zum Nachteil der Rechte und Freiheiten des Volkes dieses Landes gebrauchen wird. Offensichtlich gehört der Vertrag von Rom zu dieser Kategorie. Es darf keine Vorrechtsgewalt entgegen einem rechtskräftigen Gesetz ausgeübt werden. Dies war der dritte Punkt, worauf ich bei den Gerichten bestand, weil die anderen Argumente von den heutigen Richtern als etwas Theoretisches angesehen wurden. So blieb ich standhaft und ich sagte: "Ein Gesetz - es gibt mindestens acht rechtskräftige Gesetze in meiner Vorlage, die sich gegen die Weggabe der Souveränität dieses Landes aussprechen" (denn wie Sie wissen, haben wir keine geschriebene Verfassung, wie sie sie in den Vereinigten Staaten von Amerika haben). Aber der Gedanke, daß wir überhaupt keine Verfassung haben, ist absoluter Unsinn.

Die Erklärung der Rechte

Unsere Verfassung ist über das gesamte Gesetzbuch hinweg verstreut, und sie ist möglicherweise sowohl durch Sitten als auch durch Gesetze entstanden. Einige dieser Sitten sind aus einem bestimmten Grund sehr mächtig und kraftvoll, denn wenn sie nicht eingehalten würden, würde die Regierung, die sie gebrochen hätte, das Wohlwollen des Volkes verlieren und abgesetzt werden. Und ich denke, daß in Kürze genau das passieren wird. Das bestimmte Gesetz, worauf ich mich nun bezog, war die Erklärung der Rechte. Die Erklärung der Rechte ist eine verwirrende Bezeichnung, weil man dadurch denkt, daß dies eine Erklärung und deshalb kein Gesetz oder ein normales Statut ist. Die Erklärung der Rechte ist in der Tat ein sehr besonderes Statut. Sie ist in vielen Dingen besser als ein Gesetz. Sie erklärt, daß bestimmte Dinge "ewig" sind, wobei theoretisch unter der Herrschaft des Parlaments nichts ewig ist, dennoch ist sie ein klarer Ausdruck dessen, was vom Parlament beabsichtigt wurde. Es ist nicht gut, vage Anschuldigungen der Illegalität zu machen.

Ich möchte sehr genau sein. Ich zitiere Ihnen jetzt aus einem Text der Erklärung der Rechte, welche das Gesetz dieses Landes sind - es liegt in der Macht der Regierung die Erklärung der Rechte zu verändern oder aufzulösen - in dem Gesetz der Europäischen Gemeinschaft erwähnen sie diese Erklärung der Rechte nicht - sie versuchen gar nicht, irgend etwas davon aufzulösen oder zu verändern - sie haben sie einfach ignoriert - und das bedeutet in meinem Wortschatz Betrug - nicht mehr und nicht weniger. Und dafür wird diese Regierung bestraft werden, obwohl nur sehr wenige Menschen den Text der Erklärung der Rechte kennen (warum sollten sie auch?). Wenn sie diese Vorgänge bis ins Tiefste erforschen könnten, würden sie wissen, daß die ganze Sache ein offensichtlicher Betrug ist. Es sagt nun ein Abschnitt aus der Erklärung der Rechte: "... und daß die gesamte, vollkommene und vollständige Ausübung der königlichen Macht und Leitung allein (d.h. ausschließlich) von und durch Seine Majestät (zu jener Zeit war es William III.) und seine gesetzlichen Erben geschieht." Die derzeitige Königin ist vor dem Gesetz die Erbin von William III. Die Erklärung sagt also aus, daß die gesamte, vollkommene und vollständige Herrschaft über dieses Königreich in der Krone oder bei dem Monarchen, der zu jener Zeit regiert, liegen soll.

Das Gesetz aus Brüssel

RÜCKBLICK AUF JANUAR 1973

Die Königin, der damalige Premierminister Mr. Edward Heath und der Herzog von Edinburgh (Mitte hinten) im Foyer der königlichen Oper Covent Garden. Sie wohnten einer Aufnahmefeier bei, den "Fanfaren für Europa", den offiziellen Feierlichkeiten zum Beitritt Großbritanniens in den Gemeinsamen Markt. (Foto: Press Association)
Die Königin, der damalige Premierminister Mr. Edward Heath und der Herzog von Edinburgh (Mitte hinten) im Foyer der königlichen Oper Covent Garden. Sie wohnten einer Aufnahmefeier bei, den "Fanfaren für Europa", den offiziellen Feierlichkeiten zum Beitritt Großbritanniens in den Gemeinsamen Markt. (Foto: Press Association)

Im Augenblick ist die gesamte, vollkommene und vollständige Herrschaft über dieses Land nicht in den Händen der Königin, es können nämlich aus Brüssel, Bonn und Straßburg Gesetze verabschiedet und Erlasse gesandt werden. Es können von den europäischen Gerichten Erlasse beschlossen werden, und wir haben zugestimmt, daß wir an diese Erlässe gebunden sind, die, ich möchte sagen, von Leuten gemacht wurden, die nicht von uns gewählt wurden - Leute, die und das überrascht nicht, die Ziele, Ambitionen und Sehnsüchte dieses Volkes in keiner Weise in ihren Herzen haben. Es ist also ein Verstoß gegen ein gültiges Gesetz. Die Erklärung sagt weiter: "Und darum ... müssen sich das Ober- und das Unterhaus (das ist das Parlament von 1689 - die Zeit der Erklärung der Rechte), sowie deren Erben und Nachkommen für alle Zeiten (in anderen Worten, die Erben der Peers und die Nachkommen des Teiles der Parlamentsmitglieder, die zu jener Zeit gewählt waren) ... geistig und körperlich im Namen aller vorgenannten Personen äußerst demütig und ergeben zur Verfügung stellen ... und treu versprechen, daß sie für die Stützung und Verteidigung ihrer besagten Majestäten (denn in jenen Tagen waren es William und Mary) ... und auch für deren Nachfolger bis zum Äußersten ihrer Kraft mit ihrem Leben und ihrem Vermögen gegen jede Person, ganz gleich welche, die etwas gegen sie unternimmt, eintreten." Etwas dagegen unternehmen! Ich brachte dies nun dem Revisionsgericht vor, daß die Vorrechtshandlung offensichtlich ein Versuch mit allen "Mitteln" war. Das "Mittel" war das Vorrecht, um die gesamte, vollkommene und vollständige Herrschaft über dieses Land, welche ausschließlich bei der Königin und niemand anderem liegen sollte, zu untergraben.

"Niemand kann das Überschreibungsgesetz verspotten, da die heutige Königin, die ihre Zustimmung zum europäischen Gesetz geben sollte, ihre Autorität aus diesem Gesetz herleitet."

Das Gesetz der Überschreibung

Das Revisionsgericht - sicherlich eines, das entgegen "dem Grund für das Gesetz" zu jener Zeit handelte - behauptete in einem sehr sonderbaren Urteil, daß alles, was das Gesetz bewirkte, die Übergabe der Macht von King James II. an König William III. war. Das war ihr Urteil. Ich betrachte es als ein wirklich unbefriedigendes Urteil - es zeigt keine Geschichtskenntnisse - es scheint sogar so, als ob ihre Lordschaften nicht erkannten, daß 1688 eine Revolution war und die Dinge danach nicht mehr so liefen wie vorher. Schließlich ging die Revolution 1688 teilweise genau darum, den Mißbrauch der Vorrechte zu verhindern. Ich hatte niemals erwartet, diesen Prozeß zu gewinnen, denn ich spürte, daß es zu dem Zeitpunkt nicht das Anliegen der Richter war, einem einzelnen Bürger die Entscheidung, die er sich wünschte, zuzugestehen, nämlich daß sein Geburtsrecht tatsächlich ohne seine Erlaubnis weggegeben worden ist. Es gibt noch ein anderes sehr wichtiges Gesetz, nämlich das Gesetz der Überschreibung, welches das eigentliche Gesetz ist, das der Königin ihre gegenwärtige Autorität über uns verleiht. Dieses Gesetz ist die Grundlage dafür: es spricht von der Exzellenz, der Prinzessin Sophia und ihren protestantischen Erben und damit von der derzeitigen Königin - ihr Titel wurde ihr durch dieses Gesetz gegeben - die persönlich von der Kurfürstin Sophia von Hannover abstammt. Das sagt dieses Parlamentsgesetz aus. Und es ist heute noch rechtskräftig. Es kann also niemand das Gesetz der Überschreibung verspotten, da die heutige Königin, die ihre Zustimmung zum europäischen Gesetz geben sollte, ihre Autorität aus diesem Gesetz bezieht.

Das Geburtsrecht des Volkes

Paragraph 3 des Gesetzes sagt: "Und da nun die Gesetze von England das Geburtsrecht des Volkes dieses Landes sind, sollten alle Könige und Königinnen, die den Thron dieses Königreiches besteigen, gemäß der vorgenannten Gesetze regieren, und alle ihre Beamten und Minister sollten ihnen nach denselben dienen - die vorgenannten geistlichen, weltlichen und öffentlichen Herren bitten deshalb des weiteren in aller Demut darum, daß alle unsere Gesetze und Statuten zur Sicherung der Rechte und Freiheiten des Volkes dieses Landes und des bestehenden Glaubens, als auch alle anderen nun rechtskräftigen Gesetze und Statuten dieses Königreichs ratifiziert und bestätigt werden." Das ist heute genauso Gesetz wie 1701. Es steht im Gesetzbuch, es wurde nicht aufgehoben - es ist kein Zufall, daß es nicht widerrufen wurde - es ist eine grundlegende, verfassungsrechtliche Erfordernis. Durch die Gesetze dieses Königreichs regiert zu werden, ist das Geburtsrecht eines jeden in diesem Lande, und bis sie nicht vom Parlament widerrufen werden, bleiben sie bestehen. Damit haben wir jetzt die Situation, daß das Gesetz zur Europäischen Gemeinschaft beide Häuser passiert hat und die königliche Zustimmung gegeben wurde, aber daß eben dieses Gesetz den grundlegenden, verfassungsmäßigen Statuten - der Erklärung der Rechte, dem Gesetz der Überschreibung und sechs anderen Gesetzen - widerspricht. Das Gesetz zum Zusammenschluß mit Schottland bringt einen interessanten Punkt, denn Artikel 18 des Vereinigungsvertrages, der in ein Parlamentsgesetz aufgenommen wurde, besagt, daß es in Zukunft keine weiteren Gesetze zu Angelegenheiten des privaten Rechts geben wird, außer wenn sie zum offensichtlichen Nutzen für die Schotten sind.

Und das ist heute genauso Gesetz wie all die anderen Gesetze. Und um Ihnen noch ein anderes Beispiel zu geben: Es gibt ein Gesetz von 1863, das "Erklärung der Gesetze des Klerus" heißt und das jeder Pastor in der anglikanischen Kirche, bevor er seinen Dienst aufnehmen kann, vor der Gemeinde laut vorlesen muß, alle 39 Artikel. Artikel 37 besagt - der Pastor erklärt als eine Bedingung für seine Aufnahme, daß er die Königin als das Oberhaupt für die Kirche und für alle Angelegenheiten, seien sie geistlich oder weltlich (geistlich oder weltlich!) anerkennt - und damit wird die Königin durch ein Parlamentsgesetz zur höchsten Autorität erklärt, in allen Dingen, welche auch immer, und das läßt keine fremde Regierungsgewalt zu. Es sind Gesetze im Überschreibungsgesetz, die gegen eine fremde Regierung sind.

Gespaltene Loyalität

Unsere Staatsratsmitglieder müssen einen Treueeid gegenüber der Königin ablegen. Wir haben (1973) die Situation, daß zwei Staatsräte - ein Konservativer, einer von der Labour Party - welche mit dem Titel "sehr ehrenwert" umhergehen, bei einem sehr ernsten Schwur den Staatsratseid ablegten, ihre ausschließliche Loyalität der Königin zu geben. Sie haben ihren Schwur auch den Einrichtungen des Gemeinsamen Marktes gegeben, daß sie ihrem Herkunftsland keine Begünstigungen erzeigen werden. Diese beiden Eide widersprechen sich nun eindeutig. Es ist sehr ungesund und gefährlich, daß Leute mit dieser gespaltenen Loyalität herumlaufen dürfen. Das Mindeste, was man erwartet, ist, daß diese beiden Herren ihr Staatsratsamt niederlegen. Doch, typisch für diese Art Ethos, die wir im letzten Jahrzehnt in der Regierung gehabt haben, taten sie es nicht. Damit haben wir das sechste "Klicken des Sperrades". Es gibt eine detaillierte Anschuldigung der Illegalität und auch den ausführlich erörterten Glauben, daß es legal, wenn auch vielleicht nicht moralisch denkbar möglich gewesen wäre, den grundlegenden Vertrag zu ändern. Ich denke, daß die gesetzlichen Methoden wahrscheinlich auch den Erfolg bringen könnten. Ich meine auch, daß es moralisch eigentlich unmöglich für jemanden wäre, den Krönungseid zurückzunehmen. Es wäre vielleicht für einen späteren Monarchen denkbar, ihn dann mit weniger Nachdruck zu leisten. Ich möchte aber noch weiter gehen. Meine Meinung ist, daß wir eine viel wichtigere Aufgabe haben als diese ganze verfassungsmäßige Maschinerie.

Ich möchte jetzt gerne einen kurzen Blick in die Zukunft werfen. Ich bin nämlich kein Pessimist. Wir gehören, meiner Meinung nach, der größten Nation der Erde an. Wir besitzen mehr Talent und Erfindungsgeist und größeres Können als jedes andere Volk der Erde. Sie müssen nur auf die Aufzählungen der großen Namen schauen. In aller Aufrichtigkeit, welches andere Land der Erde könnte mit dem Beitrag zur Zivilisation, den unsere Vorfahren in allen vorstellbaren Bereichen geleistet haben, gleichziehen. Wo gibt es ein Land mit jemanden der literarische Fähigkeiten wie Shakespeare hat? Wo haben Völker im Feld der Medizin solch großartige Leute wie Harvey und Lister hervorgebracht? Wo in der Kriegsgeschichte der Menschheit ist ein Admiral mit den Fähigkeiten von Horatio Nelson aufgetreten - dem Mann, dessen Leute der Abschaum aus den Gefängnissen und Kerkern waren? Diese Männer weinten - diese abgehärteten Männer weinten, als dieser kleine Mann starb - ein Genie reinsten Wassers - ein Mann, dessen Kraft und Genie auf dem Meer diesem Lande die unumstrittene Seehoheit für das Jahrhundert von 1805 bis 1914 einbrachte. Und wo haben sie Ingenieure mit den Fertigkeiten von Brunel gehabt? Wir haben Leute in jedem Bereich, den Sie sich vorstellen können, welche die sehr kleine Zahl vergleichbarer Männer anderer Rassen, die unzweifelhaft ihren Beitrag geleistet haben, übersteigen.

Leitung benötigt

Offensichtlich besitzen wir denselben Erfindergeist und Erfindungsreichtum. Was es natürlich erfordert, ist deren Leitung. Diese Gaben sind da, und es liegt am Willen des Volkes dieses Landes, die behindernden Fesseln abzuschütteln, die uns meiner Meinung nach von Leuten auferlegt wurden, die andere Absichten - dämonische Pläne - mit der Welt haben. Das britische Volk kann und wird es wieder sehen. Es wird aus anderen Gründen geschehen, als viele Experten annehmen. Und ich komme nochmal auf die Geschichte zurück, die einer der wenigen Leitfäden in die Zukunft ist, und ich möchte Sie bitten, darüber nachzudenken: Eine der großen Verfassungskrisen dieser außergewöhnlichen Insel war, begab sich 1649, als Charles der Erste in Whitehall umgebracht wurde und wir eine Gesellschaft unter der Tyrannei einer übermächtigen Armee wurden; die ganze Geschichte dieses Landes ist eine Aneinanderreihung übermächtiger Subjekte. Ihre Identität ändert sich; doch das Wunderbare ist die Art, wie wir diese übermächtigen Personen oder Personengruppen bekämpfen - das ist der goldene Faden in der britischen Geschichte.

Das Land befand sich in einem Zustand zunehmender Wut, wie es auch heute ist. Es lief zu der Zeit die puritanische Unterdrückung, die mit allen Arten militärischen Mißbrauchs gewaltsam auf das Volk ausgeübt wurde. Das Land wurde dessen langsam überdrüssig. Es gab einen Mann, der die Leitung hatte (wenn Sie kein Geschichtsstudent sind, dann sei es Ihnen verziehen, wenn Sie nicht wissen, über wen ich spreche). Er war aus Devon. Er war seltsamerweise General in Cromwells Armee, obwohl er vorher lieber Kavallerist als Truppenführer war. Es war George Monk - als befehlshabender General der Truppen in Schottland in seinem Hauptquartier in Coldstream an der Grenze stationiert. Während der letzten drei Monate - in nur drei Monaten - des Jahres 1659, bedenken Sie, daß 1660 die Wiedereinsetzung stattfand, empfing er oft mitten in der Nacht Abgesandte aller Bevölkerungsschichten und Interessensgruppen des Landes: verschiedene Führer des Königreiches und der Kaufleute, die Bürgermeister der unterschiedlichen Gemeinden, Abgesandte der Zünfte (den Vorläufer der Gewerkschaften), anderer militärischer Einheiten, der Peers, der Kirche. Organisationen aller Arten kamen zu diesem Mann und sprachen: "Werden Sie die Fesseln abschütteln?" Es gab ein enormes Verlangen, die Wahrheit zu sagen, doch niemand nannte denjenigen, um den es bei all dem ging. Niemand erwähnte die Worte "Charles Stuart".

Der stille Zauber des Generals Monk

Und dennoch wußte das Volk genau, was nötig war. Die Dinge schritten unglaublich schnell voran. Churchill beschreibt das glänzend. Sie sollten es nachschlagen. Ich hoffe, Sie haben auch ein Exemplar der Geschichte des englischsprechenden Volkes, dieses vierbändigen Klassikers, der einen kleinen Blick auf die Geschichte wirft, worin Churchill schreibt: "Als die Geduld beinahe am Ende war und dieser zurückhaltende Mann wußte, in welche Richtung die Strömung ging (und nicht vorher), machte er seinen Zug." Dies ist der heutigen Situation sehr ähnlich. Er marschierte nach Süden - er sammelte sich dabei seine Streitkräfte zusammen und zog unterwegs dabei durch Yorkshire. Bürgermeister kamen und alle boten ihre Unterstützung an. So kam er nach London. Das Parlament dachte, es könnte ihn austricksen und gab ihm einen Befehl: "Reiß die Tore der Stadt nieder." Der Trick war, daß, wenn er diesen Befehl befolgte, er sich selbst der Stadt gegenüber entfremden würde und wenn er ihn nicht befolgte, konnten sie sagen, daß er als ein unrechtmäßiger General handelte, der die bürgerlichen Gewalten mißachtet. Monk tat daraufhin gar nichts. Er riß nicht die Stadttore nieder und er verwarf scheinbar auch nicht den Befehl; er erhielt ihn einfach nicht.

"Das Wunderbare ist die Art, wie wir diese übermächtigen Subjekte bekämpfen - das ist der goldene Faden in der britischen Geschichte."

Und dann wurden seine Anordnungen befolgt. Charles Stuart wurde herübergebracht und General Monk empfing ihn vor einer Gruppe von 80 000 Menschen in Dover. Er konnte nur langsam weiterziehen und erreichte Canterbury mit einer Gruppe von 150.000, dann Blackheath mit einer Gruppe von 200.000 Leuten. Die Kirchenglocken läuteten, und es folgte die Wiedereinsetzung. Und es wird eine zweite Wiedereinsetzung in diesem Lande geben, es liegt nämlich im Herzen und im Willen des Volkes dieses Landes - dem großartigen Volk dieses Landes - daß dies geschehen sollte.

"Wir sind dazu verpflichtet, jeden aufrichtigen und praktikablen Schritt zu fördern, der die europäischen Nationen dazu bringt, die Schranken, die sie trennen, abzubauen ... doch haben wir unseren eigenen Traum und unsere eigene Aufgabe. Wir sind mit, aber nicht von Europa. Wir sind daran angeschlossen, aber nicht darin eingeschlossen. Wir sind daran interessiert und damit verbunden, aber nicht davon eingenommen. Und sollten europäische Staatsmänner zu uns mit den Worten sprechen, die seit Urzeiten verwendet werden: "Soll ich für dich zum König oder zum Hauptmann des Heeres sprechen?", sollten wir mit der Frau aus Sunem antworten: "Nein, mein Herr, denn wir leben unter unserem eigenen Volk."

Sir Winston Churchill (1938)

von A. ROSS McWHIRTER, M.A.

Quelle: Evangel Press, London