Australien – Eine Kulturkrise

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Wir dachten, wir seien so ungemein fortschrittlich, indem wir jegliche Art von Anpassung ablehnen. Das Ergebnis? Leute, die überhaupt nichts respektieren.

Ein älterer Mitarbeiter der Herald Sun wurde neulich gebeten, in einer staatlichen Schule am nördlichen Stadtrand einen Vortrag für Schüler aus dem 10. und 11. Jahrgang zu halten. Mein Kollege ist allgemein als ein warmherziger, anständiger Mann bekannt, und dennoch erzählte er mir schuldbewußt, daß er sich befremdet und sogar bedroht gefühlt hätte, als er das Schulgelände betrat - und das, bevor er wußte, daß letzten Monat einer der Schüler dort draußen erstochen worden war. Er sah zwei Schüler auf dem Schulhof unverblümt rauchen, ohne die geringste Sorge, dabei von ihrem Lehrer gesehen zu werden. Ihm fiel auf, daß die große Mehrheit der Schüler türkischer oder nahöstlicher Herkunft war und die Mädchen sich durch ihre islamischen Kopftücher deutlich abzeichneten.

Mein Arbeitskollege – der hier namentlich nicht genannt werden möchte – stand einer Klasse von 22 Mädchen und Jungen gegenüber, von denen die meisten offensichtlich nicht anwesend sein wollten. Einer kehrte ihm den Rücken zu, ein anderer gab vor, ein Nickerchen zu machen, während mein Kollege die neueste Herald Sun für seinen Medienvortrag hervorholte. Unglücklicherweise schlug er einen Artikel über Karen Ellis auf, der Lehrerin aus Melbourne, die mit einem ihrer Schüler geschlafen hatte. Die Klasse explodierte, und ein Junge im hinteren Teil des Raums – von nahöstlichem Aussehen – stand auf und grummelte, daß er Ellis gern etwas geben würde von… diesem. Daraufhin machte er seinen Hosenschlitz auf und entblößte sich. Der Klassenlehrer schien verlegen zu sein und erklärte dem Jungen zaghaft, daß er sich „so nicht benehmen könne“. Doch er ließ den Exhibitionisten in der Klasse, hingeflegelt auf seinem Stuhl, wobei mein Kollege in den nachfolgenden Wochen weder eine Entschuldigung von der Schule erhalten hat, noch eine Mitteilung darüber, wie oder ob der Junge bestraft worden ist.

Als ich dies hörte, mußte ich daran denken, wie mir eine Lehrerin und der Mann einer zweiten erzählten, daß an einer in der Innenstadt gelegenen Schule die arabischen Jungen den Lehrerinnen mit einem großen Mangel an Respekt begegneten. Diese Frauen fühlten sich sexuell belästigt. Und ich mußte noch weit mehr an Coburg's Moreland City College denken, das zwei Drittel seiner Schüler innerhalb von fünf Jahren verloren hatte und jetzt als hoffnungsloser Fall geschlossen wird. WAS kein Bürokrat oder Politiker offen zugeben wird, ist, warum Moreland auf so merkwürdige Weise zugrunde ging – warum eine für 1.200 Schüler angelegte Schule auf nur 250 zusammenschrumpfte.

Die Antwort, die ich fand, als ich Moreland vor zwei Jahren besuchte und mit Eltern, Lehrern sowie dem Schulleiter sprach, war eines dieser üblen Geheimnisse, das die meisten von uns lieber nicht erwähnen möchten, aus Angst davor, als Rassist gebrandmarkt zu werden. Moreland war eine moderne multikulturelle Schule (genau wie die, wo mein Kollege war - nennen wir sie Schule X), wo die wachsende Zahl der Kinder aus dem Nahen Osten sich wie zu Hause fühlen sollte – d.h., das ehemalige Zuhause ihrer Eltern, und nicht ihr neues australisches. Islamische Redner predigten der Gemeinde, Arabisch und Türkisch wurden die Hauptfremdsprachen und islamische Kopftücher waren die Norm, – wieder sehr ähnlich wie Schule X. Schlimmer noch, Moreland wurde für seine ethnischen Banden bekannt: libanesische Schüler, die dafür berüchtigt waren, drei schuleigene Yooralla-Busse zu Schrott gefahren zu haben.

Eine Aufklärung von der Art, wie ich sie von der Melbourne University's Hellenic Society erhielt: „Ein Volk, das durch das Blut seiner verfolgten und abgeschlachteten Ureinwohner und die Zerstörung ihrer Kultur geschaffen wurde, hat kein Recht, von seinen Immigranten irgendeine weitere Anpassung zu verlangen.“ Gilt dasselbe auch für Schule X? Ich weiß es nicht, aber vor zwei Jahren berichtete ein Schüler des früheren Campus von seinem Schulausflug zum Australian War Memorial, und erzählte wie enttäuscht er darüber war, daß seine Flagge – die türkische Flagge – dort nicht wehte. Macht nichts, denn er und seine Klassenkameraden marschierten hinter ihrer eigenen hinterher.

Haben solche Schüler überhaupt gelernt, Australien ihr Zuhause zu nennen? Wie erfolgreich sind wir damit gewesen, sie so einzugliedern, daß sie unsere grundlegenden Wertvorstellungen teilen und sich für dieses wunderbare Land genauso verantwortlich fühlen wie Sie? Ich fürchte, meine Ausführungen werden viele in ihrer Meinung bestätigen, daß ich Moslems verachte, ein Rassist sei, nur Probleme aufrühren wolle und Leute gern verletze – genau wie es die Briefe an die Herald Sun behaupten.

Ich hasse es. Ich hasse es, für einen Rassisten oder Islamophoben gehalten zu werden, und meine Frau fürchtet, daß man so über mich denkt. Ich schreibe dies wirklich nicht, damit Sie schlecht über den Islam denken. Gute Moslems würden Exhibitionismus oder Respektlosigkeit gegenüber Lehrern ebenso wenig billigen wie ich, und in der Klasse des Strippers gab es neben den Flegeln auch lernhungrige moslemische Kinder. Auch hat es in Melbourne noch nichts Derartiges gegeben, wie die Schießereien und Bandenvergewaltigungen, die den Ruf der libanesischen Moslemgemeinde in Sydney (sei es nun zu Recht oder zu Unrecht) stark geschädigt haben.

Und wir sollten uns daran erinnern, daß die Moslems einen großen Beitrag für dieses Land geleistet haben, als afghanische Kameltreiber halfen, das Hinterland zu erschließen. Daß eine Minderheit von moslemischen Einwanderern aus dem Nahen Osten extrem intolerant und abweisend gegenüber Australien ist, ermutigt von zu vielen ihrer „Anführer“, macht mir dabei nicht einmal die meisten Sorgen. Viel beunruhigender ist, daß unsere Einrichtungen – nicht zuletzt unsere Schulen – scheinbar kein Australien propagieren, in dem die Kinder solcher Immigranten leben wollen. Sie vermitteln ihnen nicht einmal die hierzu notwendigen Verhaltensregeln.

Es hat nicht nur damit zu tun, daß wir uns irrigerweise gern einbilden, dieses Land hätte eine böse Vergangenheit. Schauen Sie sich an, wie wir darüber hinaus unsere Gegenwart verschandeln. Wenn jener Exhibitionist von Schule X von meinem Büro zur West Gate Bridge fahren würde, so würde er unter einer riesigen, neuen Werbetafel mit einer nackten Frau hindurchfahren. Führe er zum Flughafen, so würde er an einem Reklameschild vorbeifahren, das mit Riesenbuchstaben den Namen einer von einem Rowdy geführten Kleidungsfirma herausplärrt: FUCK. Denken Sie auch daran, welche Art Filme er sehen könnte, welche Computerspiele er kaufen könnte, welche Motherf...-Rapsongs er hören oder welche Sexclips er jeden Sonntag auf MTV sehen könnte.

Wundert es einen da noch, daß in einer derart sexgesättigten Gesellschaft zwei Lehrerinnen – bemerkenswerterweise beide mit einwandfreien „australischen“ Namen – gerade erst in diesem Jahr vor Gericht angeklagt wurden, sie hätten mit ihren Schülern geschlafen? Würde es Sie überraschen, wenn der Sohn einer Familie, die aus einer repressiveren Kultur kommt, dachte, es gäbe auch für ihn in Wirklichkeit keine Regeln einzuhalten und keinerlei Grund, Respekt zu zeigen? Dies ist keine bloße Spekulation mehr. Mehrere moslemische Eltern haben mir von ihrem Ekel hinsichtlich der derben Sexualisierung unserer Gesellschaft berichtet. Dies sind Eltern, die Angst davor haben, daß sich ihre Kinder unserer Kultur zu sehr anschließen könnten. Und das ist nur einer der Wege, mit dem wir die Anpassung von Kindern sehr unterschiedlicher Umfelder erschweren können; „Rassist“ zu schreien, sobald wir nur von solchen Dingen sprechen, ist ein anderer.

DOCH um der Kinder willen und für unsere Gesellschaft müssen sich unsere Schulen jetzt solchen Fragen stellen, die wir oft kaum zu fragen wagen – von praktischen bis zu philosophischen. Ist es klug, ärmere staatliche Schulen oder gar ganze Vororte von einer Minderheitenkultur beherrschen zu lassen und in Ghettos zu verwandeln? Hält der Multikulturalismus in Schulen - wie z.B. die Unterrichtung der Heimatsprache des Schülers - die immigrierten Schüler in ihrer eigenen, abgegrenzten Kultur gefangen, und sollten wir eher versuchen, sie dazu zu bringen, sich in Australiens Kultur zu verlieben?

Vermitteln wir den Schülern nicht allzu oft, diesem Land und seiner Vergangenheit respektlos gegenüberzustehen und Australien als böse anzusehen? Beharren wir fest genug auf unseren Wertvorstellungen und unserer eigentlichen Kultur? Oder haben wir so sehr das Vertrauen verloren, daß die Lehrer es nicht einmal mehr wagen, grundlegende Regeln zivilisierten Verhaltens durchzusetzen? Und ich frage noch einmal: Was tun unsere Bürokraten, um scheiternde Schulen aufzufangen?

Ich habe den Verdacht, wir werden am Ende entdecken, daß Disziplin, Strenge, ein wenig Prüderie, ein optimistischer Glaube an Australien und ein Respekt für seine Traditionen doch gar nicht so dumm wären. Klingt zu altmodisch für Sie? Stimmt, es ist keine großartige Antwort; doch schauen Sie sich den Jungen hinten in der Klasse an, der sein Glied aus der Hose hängt, und sagen Sie mir, wie Sie ihm beibringen würden, über sich selbst beschämt zu sein.

von Andrew Bolt
Quelle: Herald Sun, September 15, 2004

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