Aus: John Wesleys Anweisungen zum Singen 1761

  1. "Lerne diese Melodien, bevor du irgendwelche anderen lernst ....
  2. Singe sie exakt so, wie sie hier gedruckt sind, ohne sie irgendwie zu verändern oder zu verbessern ...
  3. Sing ALLES. Sieh zu, daß du so häufig wie möglich bei der Versammlung mitmachst ...
  4. Sing mit Elan und mit gutem Mut. Hüte dich davor zu singen, als wärst du halbtot oder im Halbschlaf; sondern erhebe deine Stimme mit Kraft ...
  5. Sing bescheiden. Brülle nicht, um besser gehört zu werden oder um dich vom Rest der Gemeinde abzuheben, damit du nicht die Harmonie zerstörst ...
  6. Sing im richtigen Tempo. In welchem Tempo auch immer gesungen wird, sei sicher, daß du es hältst. Jage nicht voraus noch hinke hinterher ... und paß auf, daß du nicht zu langsam singst...
  7. Sing vor allem geistlich. Schau auf Gott bei jedem Wort, das du singst. Strebe danach, mehr Ihm zu gefallen als dir selbst oder irgendeiner anderen Person."
     

Es ist schwer, sich Hymnen als etwas neues, gewagtes oder gar revolutionäres vorzustellen, aber im 18. Jahrhundert war das Singen von Hymnen nicht nur eine Neuheit, sondern innerhalb der Gemeindekirchen sogar streng genommen illegal. Bis ungefähr 1700 sangen sowohl die anglikanischen Gemeinden als auch die der Nonkonformisten fast nichts als metrische Psalmen in der "Alten Version" von Sternhold und Hopkins, 1562, zu einer begrenzten Anzahl von Melodien.

Die neuen Formen (Hymnen) wurden von John Wesley und seinem Bruder Charles, die das Hymnensingen zu einem wichtigen Merkmal ihres Dienstes machten, mit Begeisterung aufgegriffen.

Die Wesleys richteten sich hauptsächlich an die Arbeiterklassen, und ihre Hymnen wurden oft in großen Versammlungen im Freien benutzt.

Die Methodisten begannen bald neue Melodien für ihre Hymnen zu schreiben – in einem unverschämt weltlichen Stil, der in einem Theater oder Vergnügungsgarten oder sogar in einem Wirtshaus nicht fehl am Platz gewesen wäre. Das war es, was das Establishment so sehr schockierte und die Einführung der Hymnen in die Gemeindekirchen verzögerte. Die Beliebheit des Hymnensingens war jedoch so groß, daß es bis zum Ende des Jahrhunderts in fast allen Denominationen weit verbreitet war.

Entnommen aus HQL-9848, S. 11,12